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„Für Freiheit und Selbstbestimmung“: Marsch über Unnas Verkehrsring – Marsch über Dortmunds Wallring – Demos landesweit

„Für Freiheit und Selbstbestimmung“: Marsch über Unnas Verkehrsring – Marsch über Dortmunds Wallring – Demos landesweit

Vor ihrem Marsch um den Verkehrsring sammelten sich rund 60 Frauen und Männer auf dem Alten Markt. (Foto Ausblick am Hellweg)

„Keine Zweiklassengesellschaft“ steht auf einem Schild. „Freiheit und Selbstbestimmung“ auf einem anderen, „Krank trotz Impfung“ auf dem nächsten. „Unna wach auf – Montags 18 Uhr“ fordert ein weiteres Plakat.

An diesem ersten Montag im neuen Jahr sind am frühen Abend rund 60 Menschen in Unna „aufgewacht“, sprich sind dem Weckruf auf dem Alten Markt gefolgt, und haben sich zum abendlichen Marsch durch Unna versammelt.

Exakt sind um 18 Uhr 58 Personen abzuzählen Frauen, Männer und auch einzelne Kinder dabei.

 

Während gleich das erste Pressefoto, vom Rand des Marktplatzes aus auf den dunklen Platz geschossen (sprich, man erkennt keine Gesichter), das Misstrauen einer Teilnehmerin auf sich zieht – „fotografiert die da uns jetzt etwa?“ -, liefert sich eine Passantin an der Wasserstraße mit den dort versammelten Ordnungsamtmitarbeitern einen hitzigen Disput.

„Sie wollen mir jetzt ernsthaft sagen, dass Sie nicht wissen, was das da für eine Demo ist?“, attackiert die Frau die mit Leuchtwesten ausstaffierten Stadtmitarbeiter.

„Nein, das habe ich nicht gesagt“, erwidert ihr geduldig der Einsatzleiter. „Ich habe Ihnen gesagt und ich wiederhole das: Wenn Sie wissen wollen, was die Leute dort für ein Anliegen haben, gehen Sie bitte hin und fragen sie selbst. Ich kann hier doch jetzt nicht irgendwelche Vermutungen äußern. Woher soll ich wissen, was genau diese Leute wollen?“

 

Der Frau passt das nicht. Sie schimpft weiter, dass das Ordnungsamt doch wohl Auskunft darüber geben müsse, wieso am frühen Montagabend mitten auf dem Unnaer Marktplatz eine Demo stattfinde.

Die erneute geduldige Bitte, sie möge sich direkt an die dort Versammelten oder eben an die Polizei wenden (die die Versammlung genehmigt hat), schlägt die Passantin wütend aus und rauscht laut schimpfend von dannen. Mit den Kundgebenden geredet hat sie augenscheinlich nicht.

Die übrigen Passanten auf dem Alten Markt, es sind wenige an diesem ungemütlich nieselig-kalten Montagabend, quittieren die kleine Versammlung eher mit mäßigem Interesse. „Sind die gegen die Impfung?“, will eine ältere Dame von ihrem Mann wissen. Der nickt, deutet auf die Plakate. „Das sind wohl diese Spaziergänger, die gegen die Coronavorschriften sind“, meint er. „Ach so“, sagt die Frau. Beide gehen weiter, das Thema scheint sie nicht weiter zu interessieren.

Spaziergang ist die eine Formulierung, Versammlung mit Aufzug trifft es an diesem Abend eher, denn die Veranstaltung wurde im Gegensatz zu einem per Internet verbreiteten „Spaziergang“ in der Vorwoche ordentlich angemeldet. Daher ist jetzt offiziell auch das Ordnungsamt da und die Polizei, die ihren Bulli ebenfalls am Eingang der Wasserstraße geparkt hat.

Zu tun gibt es wenig bis nichts für die Ordnungskräfte und Gesetzeshüter. Es erfolgt ein kurzes Warm-Up: Sirenenalarm heult aus den Lautsprechern, begleitet von dem Warnruf: „Achtung Achtung, das Virus wird jetzt aktiv! Gehen Sie in Ihre Häuser, bleiben Sie in Ihren Wohnungen, gehen Sie nicht auf die Straße!“

 

Dieser ironische Seitenhieb auf die nächtliche Ausgangssperre ist vom vergangenen Frühjahr übrig geblieben, jetzt passt er nicht mehr so wirklich – es gibt ja keine Ausgangssperren mehr, es gibt „Eingangssperren“ für Ungeimpfte in Form von 2G. So genau nimmt das hier aber niemand.

In gemütlichem Spaziertempo setzt sich die Versammlung gegen 18.10 Uhr in Bewegung, mit einem Megaphon ausgestattet und von Musikbeschallung begleitet geht es vom Marktplatz über die Hertinger Straße in Richtung Meisterhaus und von dort aus einmal um den kompletten Verkehrsring. Die weißen Schilder der Impfkritiker – Impfpflichtgegner – Coronaregelskeptiker (passende Begriffe bitte ergänzen) leuchten gespenstisch im Dunkeln.

-Video von Martin Trillhose

In vielen weiteren Städten gingen am gestrigen Abend „Montagsspaziergänger“ auf die Straße.

In Dortmund marschierten laut Polizeischätzungen rund 700 Menschen über den Wallring, 50 mehr als in der Woche zuvor. Es kamen rund 70 Gegenprotestler. Eine kleine Gruppe unternahm eine Sitzblockade. Insgesamt verlief die Versammlung weitgehend störungsfrei. (HIER berichten wir).

in Lünen zählte die Polizei 70 Versammlungsteilnehmer, rund 30 weniger als in der Vorwoche.

In Menden zogen rund 200 Menschen durch die Stadt, in etwa die Zahl der Woche zuvor. 

In Werne 12, wie uns ein Leser mitteilte, der dort wohnt und die Veranstaltung beobachtet hatte.

 Eine der größten Kundgebungen fand in Bielefeld statt: Dort kamen mit rund 3000 Teilnehmern doppelt so viele wie erwartet.

In Hamm folgt der Protestmarsch wie schon seit mehreren Wochen mittwochs.

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