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Nach Unfall mit 3 Toten auf B1 bei Hemmerde: Fragen zu Tempolimits und Gefahren – Kreuzung Ostbürener Str. im Visier der Unfallkommission

Nach Unfall mit 3 Toten auf B1 bei Hemmerde: Fragen zu Tempolimits und Gefahren – Kreuzung Ostbürener Str. im Visier der Unfallkommission

Die alte B1 an der Abzweigung nach Siddinghausen. (Foto Rinke)

Der tragische Unfalltod dreier Menschen am späten Samstagnachmittag, 5. März, auf der alten B1 bei Unna-Hemmerde (wir berichteten) beschäftigt nach dem Wochenende weiterhin die Ermittler.

Bis zum Montagmorgen gab es noch keine konkreten Hinweise darauf, wieso ein 56-jähriger Unnaer gegen 17 Uhr auf der Bundesstraße in Richtung Werl die Kontrolle über seinen Audi verlor und auf die Gegenspur geriet. Dort prallte der A3 frontal mit einem entgegenkommenden anderen Audi zusammen, der von einer 46-jährigen Arnsbergerin gesteuert wurde.

Alle drei Unfallbeteiligten verstarben: die Beifahrerin der Arnsbergerin (51) und der Unnaer noch an der Unfallstelle, die Fahrerin aus Arnsberg wenig später im Krankenhaus. Die B1 war rund 8 Stunden voll gesperrt.

Während in den sozialen Medien schon am Wochenende Spekulationen darüber kursierten, dass ein Handy am Steuer Ursache des Unfalls gewesen sein soll, verwies der Leiter der Kreispolizeipressestelle, Bernd Pentrop, auf Nachfrage unserer Redaktion auf die noch anhaltenden Ermittlungen. 

Im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall baten wir den Polizeisprecher um Einschätzung zu einigen grundsätzlichen Fragen: Ist etwa die alte Bundesstraße zwischen Unna und Werl mit ihren wechselnden Tempolimits (100, 70 und an 2 Stellen 50 km/h) der Polizei generell wegen Unfallträchtigkeit bekannt?

Bllitzersäule vor den Tankstellen an der B1 in Höhe Hemmerde. Erlaubt sind dort 70 km/h. (Foto Rinke)

Dazu wertet Bernd Pentrop die Statistik folgendermaßen aus:

„Für den Bereich der Werler Straße im Bereich Unna-Hemmerde, nach der Ortsbebauung(Hemmerder Landwehr) bis zum Ende des Zuständigkeitsbereiches der KPB Unna, sind nach einer Auswertung für den Zeitraum vom 01.01.2019-31.12.2021 insgesamt 5 Unfälle  erfasst. Von diesen war einer der Kategorie 3 (eine leicht verletzte Person) zuzuordnen. Unfälle mit der Ursache Geschwindigkeit wurden in diesem Bereich nicht erfasst.“

Die Werler Straße / B1 zwischen Unna und Werl. (Foto Archiv)

Der tödliche Unfall am Samstag passierte auf gerader Strecke mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.. Auf dem größten Teil der alten B1 gilt das Limit 70 km/h, in zwei Kreuzungsbereichen darf höchstens 50 km/h gefahren werden.

Anwohner des Bundesstraßenbereichs im Unnaer Osten fordern seit vielen Jahren eine generelle Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit an allen Einmündungen zur viel befahrenen B1. Dazu erläutert der Polizeisprecher:

„Im Rahmen der Gremienarbeit liegen aktuell keine Erkenntnisse vor, die eine Änderung/Vereinheitlichung des Geschwindigkeitsniveaus auf der B1 zwischen Unna und Werl beinhaltet.“

Eine Ausnahme gibt es jedoch: die enorm unfallträchtige Kreuzung der B1 mit der Ostbürener Straße. Derzeit ist sie gesperrt – wegen Fahrbahnverschmälerung der Ostbürener Straße bis zur Deponie.

Vollsperrung der Ostbürener Straße an der B1 bei Unna-Stockum. (Foto Reichert)

 

Die Kreuzung B1/Ostbürener Straße. Foto: Ausblick am Hellweg

Tatsächlich wurde die Einmündung Werler Straße/Ostbürener Straße von der Polizei als Unfallhäufungsstelle erkannt, bestätigt Bernd Pentrop. „Die Einmündung wird aktuell im Rahmen der Unfallkommission bearbeitet.“

Die schon länger währende Temporeduzierung auf der innerstädtischen B1 in Unna (höchstens 50 km/h sind dort noch erlaubt) hängt mit der als gefährlich erachteten Situation auf den dortigen Kreuzungsbereichen zusammen. Der bereits für 2019 von Straßen.NRW angekündigte Umbau der Kreuzungen lässt indes auf sich warten, so dass aus der damals als „temporär“ deklarierten Lösung inzwischen ein Dauerzustand geworden ist.

Kreuzung B1/Kessebürener Weg in Unna.

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