Um einen erst 15 Jahre alten Jugendlichen in Untersuchungshaft zu bringen, muss schon einiges gegen ihn vorliegen. Und es muss akute Fluchtgefahr herrschen, was in diesem Fall aus Sicht der Staatsanwaltschaft offenbar der Fall war.
So war es denn im Fall eines Jungen, der Samstagfrüh (20. 6.) kurz nach 2 Uhr zusammen mit einem 16-jährigen Komplizen einen Einbruch in Menden-Lendringsen verübte.
Ein Mitarbeiter einer Firma am Bieberkamp hatte in der Nacht gegen 1 Uhr eine Push-Meldung über einen Einbruch bekommen. Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras sah er drei Unbekannte. Er rief die Polizei.
Die ersten eintreffenden Polizeibeamten stellten fest, dass eine Scheibe eingeschlagen worden war. Einer anderen Streife kam ein Transporter mit drei Personen entgegen, dessen Beschreibung auf die Bilder aus dem Video passten.
Statt den Anhaltesignalen des Streifenwagens zu folgen, gab der Fahrer Gas und flüchtete über die Westtangente. Dabei überholte er mit erheblicher Geschwindigkeit andere Fahrzeuge. Die Verfolgungsfahrt führte bis zu einem Kloster auf Arnsberger Stadtgebiet. Dort rammte der Transporter einen Stein, Bänke und ein Gebüsch.
Drei Personen flüchteten zu Fuß in verschiedene Richtungen.
Die Polizeibeamten konnten zwei Jungen, die nur „Kinder, Kinder!“ schrien, fixieren.
Am Steuer des Transporters hatte ein 15-jähriger, in Frankreich gemeldeter Jugendlicher gesessen. Das Fahrzeug war gestohlen und wurde von der Polizei sichergestellt. Sein Beifahrer ist 16 und in Dortmund gemeldet. Er hatte sich auf der Flucht verletzt, wurde im Krankenhaus behandelt dann zur Wache nach Iserlohn gebracht.
Der dritte Fahrzeuginsasse konnte flüchten. Eine Nahbereichsfahndung verlief ohne Erfolg.
Nachtrag am 23. Juni:
Der 15-Jährige wurde dem Haftrichter in Arnsberg vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehl erlassen hat. Der in Frankreich gemeldete Jugendliche steht im Verdacht, den gestohlenen Transporter gefahren zu haben.
Der 16-jährige Mitfahrer wurde aufgrund fehlender Fluchtgefahr nach Entscheidung der Staatsanwaltschaft entlassen. Die dritte bei dem Einbruch beobachtete Person ist weiter flüchtig.
Quelle KPB MK

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