Zufällig erblickte ein Autofahrer ein Kind, das bei klirrender Kälte in ein Wohnhaus lief – mit nackten Füßen und nur ganz leicht bekleidet.
Daraufhin alarmierte der Mann kurz entschlossen die Polizei.
Einsatz am Freitagnachmittag, 9. Januar, im größten Mendener Stadtteil Lendringsen. Auf die Meldung des Zeugen hin fuhren Einsatzkräfte der Märkischen Kreispolizei zu dem fraglichen Wohnhaus, in das das Kind gelaufen war.
Im Anschluss wurden sechs Kinder in eine Klinik nach Arnsberg gebracht. Davon berichtete am späten Nachmittag die WELT (Onlineausgabe).
Die Zeitung beruft sich auf einen Polizeisprecher, nach dessen Aussage es sich um Jungen und Mädchen handelt. Das älteste Kind sei 2014 geboren, das Jüngste gerade einmal zwei Jahre alt.
Genaues wisse man bislang nicht.
„Warum sie so verwahrlost sind, müssen die Ermittlungen ergeben“,
wird ein Polizeisprecher zitiert. Keine Angaben macht die Polizei bisher zum Zustand der Kinder – ob sie etwa unterernährt seien oder Spuren von Gewaltanwendung aufwiesen.
Die Kinder sollen in der Klinik gründlich untersucht werden und befinden sich zunächst in Obhut des Jugendamtes.
Die Mutter der Kinder wurde am frühen Abend von der Polizei befragt. Sie sie zur Wohnung gekommen, als der Einsatz bereits lief. Die Polizei war am späten Nachmittag weiter vor Ort. Sicherheitshalber habe die Feuerwehr das Haus überprüft, aber keine Gefahren festgestellt.
UPDATE am Abend – Stellungnahme der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis:
Wie sich herausstellte, gehörte das von dem Zeugen gemeldete Kind in die Wohnung eines dortigen Mehrfamilienhauses.
Die Beamten betraten die Wohnung und fanden fünf weitere Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren.
Aufgrund des Gesundheitszustandes der Kinder alarmierten die Polizisten umgehend den Rettungsdienst und die Stadt Menden. Erziehungsberechtigte befanden sich zunächst nicht vor Ort.
Im Verlauf des Einsatzes kehrte die Mutter zur Wohnung zurück.
Alle Kinder wurden durch den Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nach Einschätzung der Einsatzkräfte nicht.
Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten Betäubungsmittel und stellten sie sicher.
Die Polizei hat Ermittlungsverfahren hinsichtlich des Verdachts der Kindeswohlgefährdung sowie des Besitzes von Betäubungsmitteln eingeleitet.

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