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Westfälische Bäckerei erntet mit „Kein Brot für N*zis“ Shitstorm – Inhaber schockiert

Westfälische Bäckerei erntet mit „Kein Brot für N*zis“ Shitstorm – Inhaber schockiert

Eine Bäckerei in Ostwestfalen wollte „Haltung zeigen“ – das ging nach hinten los. Die Inhaber zeigten sich über die für sie unerwarteten Reaktionen schockiert.

Über den Vorfall vor einigen Tagen in Ostwestfalen berichtet die „Allgemeine Bäcker Zeitung“ (ABZ). 

Die Bäckerei „Karlchens Backstube“ mit Zentrale in Herford habe in Zeiten großer Bürgerproteste „ein Zeichen gegen rechts und den Begriff der Remigration“ setzen wollen, „den die Rechte, die Migranten aus dem Land haben möchte, als Kampfbegriff verwendet“, so die ABZ.

 Eine Woche lang positionierte sich Karlchens Backstube in allen Filialen mit dem Ausspruch „Kein Brot für Nazis“ – und erntete einen Shitstorm.

Die Inhaber Simone Böhne (49) und ihr Bruder Karsten Krüger (53) zeigten sich „schockiert“, schreibt die Bäcker Zeitung. Wegen der Masse der Beschimpfungen ließen sie ihre Facebook-Seite sperren. Auch die Homepage war zeitweise nicht erreichbar.

„Schon häufiger gab es wegen politischer Meinungsäußerungen von Betrieben heftige Reaktionen, die die Betreiber überraschten und von denen sie sich quasi überrollt fühlten“, weiß die Branchenzeitung.

„Die Kommentare in der Bäckerbranche fallen entsprechend unterschiedlich aus.“

So habe sich ein Bäckerkollege im ADB-Forum dahingehend geäußert,  dass er bei so einer Aussage 50 Prozent seiner Kunden verlieren würde.

Auch Meinungsbeiträge in unterschiedlichen Medien sehen die Verwendung des Wortes „Nazi“ kritisch, weil sich auch manche demokratisch eingestellten Personen damit in die rechte Ecke gedrängt fühlten.

Karlchens Backstube hat aktuell auf Facebook unter den Hashtags #WIRSINDMEHR und #NIEWIEDERISTJETZT noch einmal sein Selbstverständnis dargelegt. Die Kommentarfunktion unter dem Beitrag wurde eingeschränkt, es sind keine Kommentare sichtbar.

„Karlchen ist bunt! Es ist uns wichtig, weder zu belehren noch zu bewerten. Dennoch sind wir ein Unternehmen, das Werte vertritt und zu seiner sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung steht. Wir setzen uns unter anderem gerne ein für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für Kultur, für Vereine, für Bildung, für die Region und die Umwelt.
Wir sind uns bewusst, dass diese Werte für jeden Einzelnen etwas Unterschiedliches bedeuten können. Dennoch haben wir in unseren Unternehmenswerten klar formuliert wofür wir stehen, und dafür stehen wir ein.
Unsere geschätzten Mitarbeitenden stammen aus 30 verschiedenen Nationen. Wir sind stolz darauf, dass sie ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Perspektiven mit einbringen von denen wir gegenseitig lernen können und schätzen die Beiträge, die sie unabhängig von ihrer Herkunft leisten. Unser Unternehmen ist geprägt von Toleranz und Offenheit. Indem wir die Diversität innerhalb unseres Unternehmens akzeptieren und wertschätzen, tragen wir auch zu einer offenen und friedlichen Arbeitsatmosphäre bei.

Hass, Rassismus und Intoleranz bedrohen unsere Demokratie und fügen unserer Gesellschaft wie auch unseren Unternehmen Schaden zu. Darum steht unsere Position fest und darum glauben wir an die Vielfalt!“

Quellen: ABZ online, Facebook

Kommentare

WORDPRESS: 10
  • Petra Walz vor 3 Wochen

    Ich steh hinter „Karlchen“!
    Rassismus ist nicht verhandelbar.
    Und wenn wir jetzt nicht gegensteuern ist es irgendwann zu spät! Man sieht doch was passiert. #niewiederistjetzt #wirsindmehr

  • Gunter Butt vor 3 Wochen

    Ich weiß. nicht, was das Problem ist. Wer sich selbst nicht für einen Nazi hält, muss sich ja nicht angesprochen fühlen.

    Ich erweitere noch um „Kein Bier für Nazis!“

  • Doris Köhler vor 3 Wochen

    Karlchen ist klasse!

    Es ist gar nicht so einfach, in der heutigen Zeit zu so einem Statement zu stehen. Neben dem Shitstorm von den Leuten, die sich angesprochen fühlen, gibt es immer das Risiko, dass unter ihnen auch gewaltbereite Menschen sind, die es nicht ertragen, wenn jemand nicht ihrer Meinung ist.
    Aber es ist so notwendig, sich klar gegen Nazis und Menschenfeinde zu positionieren! Ich bewundere alle, die dies mit öffentlichen Statements und mit ihrer Teilnahme an den vielen Demos tun. Wir alle wenden uns gegen den Faschismus, gegen Menschenfeindlichkeit, gegen Nazis. Wer sich angesprochen fühlt, ist gemeint.
    #niewiederistjetzt
    #wirsindmehr

  • Stephan vor 3 Wochen

    „weil sich auch manche demokratisch eingestellten Personen damit in die rechte Ecke gedrängt fühlten.“ … Ja ne, ist klar. Die wiederum sollten dann evtl. mal sich selber hinterfragen, warum sie sich dann so betroffen „fühlen“. Wer einer Partei wie der AFD hinterher läuft, deren Vorsitzender sich unter anderem eines Vokabulars bedient wie einst sein offensichtliches Vorbild, soll mir mit der Aussage das er Demokrat sei, weg bleiben.

  • Ich bin den Inhabern von Karlchens Backstube sehr dankbar für ihre Haltung und kann nur sagen : alles richtig gemacht! Bleibt stabil!

  • Nikolas vor 3 Wochen

    Ich find es toll, dass ihr so deutlich Stellung bezieht!
    Brot für die Welt!
    Keine Backwaren für Nazis!

  • Silke Hinsch vor 3 Wochen

    Danke für das klare Statement gegen Rechtsextremismus! 

  • Gecko vor 3 Wochen

    Sehr gut. Hier wird Haltung und klare Kante gegen Rechts gezeigt. Ich stehe voll hinter Karlchens Backstube.

  • Angela Ulrike M. vor 3 Wochen

    Hut ab vor Karlchens Bäckerei❣️ Ich finde die Inhaber bewundernswert mutig und standhaft! Die einzig richtige Einstellung zum Wohl unseres Landes und seiner Bürger!
    So traurig, dass diejenigen, die für unsere freiheitliche Grundordnung einstehen, sich mittlerweile Bedrohungen und Beschimpfungen aussetzen. 
    Das ist unerträglich und spricht gegen  den rechten Mob, mögen die Demokraten die Oberhand behalten! Stehen wir  auf gegen rückwärts gerichtetes Denken, Volkstümelei  und  den Rechtsruck 💪🏼💪🏼💪🏼💪🏼💪🏼💪🏼💪🏼

  • Dirk M. vor 3 Wochen

    Gibt wohl bald den „Nazi“stern für Nicht-Woke.

    Keine Hunderttausende gegen die neuen Antisemiten hier im Land.