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Schnelle U-Haft und Verurteilung: EK „Prio“ der Kreispolizei Soest bearbeitet jetzt gezielt Straftaten von ZUE-Bewohnern

Schnelle U-Haft und Verurteilung: EK „Prio“ der Kreispolizei Soest bearbeitet jetzt gezielt Straftaten von ZUE-Bewohnern

Seit Kurzem ist die in diesem Punkt zuvor sehr zurückhaltende Kreispolizei Soest dazu übergegangen, in ihren Pressemitteilungen ungefragt die Herkunft von Tatverdächtigen und weiteren Beteiligten zu nennen. Wir berichteten darüber.

Zugleich gibt es bei der Soester Kreispolizei ebenfalls seit Kurzem eine eigene Ermittlungskommission, die sich gezielt mit Straftaten von Bewohnern der großen Zentralen Unterbringungseinrichtungen ((ZUE) in Soest und Möhnesee befasst. Auch diese neue „EK Prio“ dient der größeren Transparenz zur Ermittlung der Straffälligkeit von Asylbewerbern. Zudem führten ihre Ermittlungen schon mehrfach dazu, dass Mehrfachtäter in Untersuchungshaft gingen.

Der jüngste Vorfall, der in die Statistitik der EK Prio einfloss, war ein räuberischer Diebstahl am Freitag, 1. 12., frühnachmittags in der Fußgängerzone Soest. Ein 32-jähriger Bewohner der Soester ZUE, so heißt es in der Pressemitteilung, steckte hier mehrere Dosen eines Energydrinks und einen Schal in seinen Rucksack und wollte sich entfernen, ohne zu zahlen.

Er wurde jedoch von einer 42-jährigen Mitarbeiterin aufgehalten und am Weggehen gehindert. Daraufhin verpasste der Dieb der Frau einen so kräftigen Schlag auf die Hand, dass sie losließ und der Täter fluchtartig mit seiner Beute den Laden verließ.

Sofortige Fahndungsmaßnahmen im Umfeld blieben erfolglos, doch im Rahmen weiterer Ermittlungen konnte der Täter als Bewohner der Soester ZUE identifiziert werden. Ein Strafverfahren wird eingeleitet.

Am vergangenen Montag wurde mittags in einer Tankstelle am Soester Riga-Ring ein anderer ZUE-Bewohner bei einem Diebstahl beobachtet. Der 39-jährige Georgier steckte sich E-Zigaretten im Wert von 100 Euro ein.

Der Mitarbeiter verständigte per Notruf die Polizei und verfolgte den Dieb bis zu einem Geschäft für Renovierungsbedarf, ebenfalls am Riga-Ring. Im dortigen Geschäft konnte er von den  Beamten angesprochen werden. Neben seiner Tankstellenbeute hatte der Georgier aus dem zweiten Geschäft diverse Pakete Schrauben in seiner Hosen- und Jackentasche verstaut.

„Die bei der Polizei in Soest befindliche Ermittlungskommission ,Prio´ hat nach Klärung des Sachverhaltes gemeinsam mit den Einsatzkräften der Wache in Soest kurzfristige Ermittlungen durchgeführt“, berichtet ein Soester Polizeisprecher. „Der Georgier ist daraufhin wegen gewerbsmäßigen Diebstahls auf Grundlage von Flucht- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft gegangen.“

Ein weiterer Georgier aus der ZUE Soest wurde am 23. November in einem Supermarkt am Senator-Schwartz-Ring dabei erwischt, wie er Waren im Wert von über 100 Euro entwendete. Darunter waren u.a. Geldbeutel und eine Tastatur.

Vom Ladendetektiv nach den Kassen angesprochen wurde der 32-jährige in sein Büro gebeten um den Sachverhalt durch die Polizei klären zu lassen. Mitgeführt hat der Georgier neben dem Diebesgut auch eine kleine Zange und ein Multifunktionstool, um Diebstahlssicherungen von der Ware zu entfernen.

Nach Rücksprache mit der EK Prio und der Staatsanwaltschaft Arnsberg wurde diese Tat in einem sogenannten beschleunigten Verfahren abgearbeitet: Der Beschuldigte erhielt direkt für den nächsten Tag einen Gerichtstermin, bei dem er zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten (ausgesetzt zur Bewährung für die Dauer von 3 Jahren) und weiteren Auflagen (u.a. Sozialstunden) verurteilt wurde.

Infos zur Ermittlungskommission (EK) „Prio“:

In der EK „Prio“ werden gesammelt sämtliche Verfahren bearbeitet, die im Zusammenhang mit der ZUE Soest oder der ZUE Möhnesee stehen, erklärt ein Polizeisprecher.

„Die EK ist eingerichtet worden, um Tatserien identifizieren sowie klären zu können und sowohl regional als auch überregional agierende Täter, die in den ZUE-Standorten leben, gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg zeitnahen Verurteilungen zuzuführen.“

 

 

 

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