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Gewalttaten in DO gehen weiter: In Aplerbeck bewusstlos geprügelt, in City beraubt // OB und Polizei: Kein Anstieg der Kriminalität, aber brutalere Taten

Gewalttaten in DO gehen weiter: In Aplerbeck bewusstlos geprügelt, in City beraubt // OB und Polizei: Kein Anstieg der Kriminalität, aber brutalere Taten

Symbolbild einer Faust, Angriff - Foto Redaktion

Während Polizei und Stadt Dortmund für den Innenstadtbereich / Kampstraße verstärkte Sicherheitsmaßnahmen planen, weil es dort in der letzten Zeit gehäuft zu schweren Gewaltdelikten kam, geht es mit der Gewalt sowohl in der City auch außerhalb der Kernstadt weiter.

In Aplerbeck wurde am Freitagabend (4. November) ein 18-Jähriger bewusstlos geprügelt und -getreten. Die vierköpfige Angreifergruppe flüchtete.

Nach ersten Angaben gerieten der 18-jährige und sein 19-jähriger Begleiter zunächst in einem Bus der Linie 431 Richtung Sölde mit vier Männern in Streit. Als die beiden jungen Männer an der Haltestelle „Aplerbecker Gewerbegebiet“ gegen 21.15 Uhr aus dem Bus stiegen, folgte ihnen die vierköpfige Gruppe.

Die Unbekannten fingen an, die beiden Dortmunder zu beleidigen – plötzlich griffen sie an. Sie schlugen ihre Opfer mit Fäusten ins Gesicht. Beide stürzten zu Boden und wurden dort weiter mit Tritten traktiert.

Kurz darauf flüchteten die Täter in unbekannte Richtungen.

Noch vor Ort verlor der 18-Jährige immer wieder das Bewusstsein. Der Rettungsdienst versorgte die beiden Verletzten und brachte sie in ein Krankenhaus.

Die Täter sind laut Zeugenbeschreibung zwischen 16 und 19 Jahren alt, waren alle dunkel gekleidet. Einer sei dunkelhäutig gewesen und habe eine silberne Kette getragen.

Überfall auf 18-Jährigen in der Stadtmitte:

An der Robert-Koch-Straße wurde am späten Freitagabend ein 18-jähriger Dortmunder beraubt, ebenfalls von einer vierköpfigen Gruppe.

Der junge Mann hielt sich gegen 23 Uhr in der Nähe einer Schule auf, als vier unbekannte Männer auf ihn zukamen. Unvermittelt griff einer in seine Handtasche. Als der 18-Jährige die Hand des Täters aus der Tasche zog, schlug der Fremde ihm ins Gesicht, riss aus der Tasche das Portemonnaie und Kopfhörer des 18-Jährigen an sich. Die vierköpfige Gruppe flüchtete anschließend in östliche Richtung.

Der Beraubte beschreibt die Täter wie folgt: Alle zwischen 15 und 17 Jahre alt, drei von ihnen trugen eine schwarze Jogginghose, einer von ihnen eine weiße Hose, ein anderer ein rotes Oberteil, wieder ein anderer eine Winterjacke mit Fellkragen. Einer trug die Haare nach hinten gekämmt (gegelt), ein anderer einen Männerdutt.

Die Kampstraße in der Dortmunder City. – Foto Dortmund.de

Kampstraße nach Gewaltserie: „Kein Anstieg der Kriminalität, aber verstärkte Aggressivität“

„Ein Ort, an dem Menschen sich gerne aufhalten: Das soll die Kampstraße in der Dortmunder City sein. Zuletzt kam es dort jedoch gehäuft zu Straftaten.“

Mit dieser Feststellung leitet die Stadtverwaltung Dortmund eine Ankündigung ein, die Kampstraße gemeinsam mit der Polizei sicherer und attraktiver zu machen.

Zum gemeinsamen Austausch hatte Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) Akteure aus der Stadtverwaltung sowie aus den Bereichen Wirtschaft, Ordnung und Sicherheit sowie Soziales eingeladen – der Auftakt für weitere Konferenzen zur Kampstraße soll es sein.

Das gemeinsame Credo: Nicht abwarten, sondern handeln.

„Kein Anstieg der Kriminalität, aber schwere Taten in kurzer Zeit“

In den vergangenen Wochen wurden im Bereich der Innenstadt wie berichtet serienweise schwere Straftaten verübt. Dazu gehörten Messerangriffe, Schüsse aus einem Auto und Raubüberfälle. Die Schwere der Taten und der kurze Zeitraum, in dem sie verübt wurden, erfordern Handeln – das machten Oberbürgermeister Westphal und Polizeipräsident Gregor Lange deutlich.

Lange erklärte:

„Die Kriminalitätsrate an sich ist in der City nicht gestiegen. Sie bewegt sich vielmehr auf einem so niedrigen Niveau wie zuletzt 2019. Aber wir haben es mit verstärkter Aggressivität zu tun.“

Und OB Westphal betonte:

„Es ist nicht so, dass die Kampstraße ein neuer Hotspot für Gewalttäter ist.“

Strategische Fahndung erzielte bereits Erfolge

Schon im September hat die Polizei mit strategischen Fahndungen begonnen und setzt diese fort. Dabei würden bereits Erfolge erzielt: Es habe Festnahmen gegeben und die Polizei habe eine kleine Gruppe ausfindig machen können, die für viele Taten verantwortlich sein könnte, so Lange. „Die Ermittlungen laufen, der Kontakt zur Staatsanwaltschaft besteht.“

Das Mittel der strategischen Fandung, welches Kontrollen ohne konkreten Anlass erlaubt, wird insbesondere in den Abenstunden eingesetzt. Die Polizisten führen Sichtkontrollen durch, überprüfen Personen und Taschen. So könne festgestellt werden, wo sich kriminelles Geschehen abspiele, ob und wo sich Gruppen organisieren, erklärte Lange.

Verbotene Waffen würden sofort eingezogen. Trage eine Person nicht-verbotene Waffen mit sich, überprüfe die Polizei diese und nehme die Waffe vorübergehend weg. Mit Blick auf die Diskussion um eine Waffenverbotszone hob Lange hervor, es würden also bereits Waffenkontrollen erfolgen.

Die Polizei prüfe die Einrichtung einer solchen Verbotszone, ebenso wie sie verschiedene Maßnahmen prüfe. Dafür müsse jedoch zunächst ein Antrag an das zuständige Ministerium erfolgen. „Das Mittel der strategischen Fahndung können wir hingegen sofort umsetzen.“ Auch Westphal betonte, eine Waffenverbotszone würde bei den polizeilichen Ermittlungen nicht helfen.

„Entwicklung auch in anderen Großstädten zu beobachten“

Weshalb ist es im Bereich der Kampstraße zuletzt zu schweren Straftaten gekommen? Auch die Frage nach den Ursachen war Thema bei der Konferenz. Lange führte aus:

„Es gibt nicht den einen Grund für die aktuelle Situation. Zum einen sind die Corona-Beschränkungen weggefallen, es wird mehr im öffentlichen Raum gefeiert. Zum anderen sorgt der Konsum von Alkohol und Rauschgift für sinkende Hemmschwellen. Außerdem gibt es vermehrt Auseinandersetzungen im Betäubungsmittel-Milieu.

Festzustellen ist auch eine zunehmende Anzahl an Menschen, die psychische Auffälligkeiten mit sich bringen.

Weiter erklärte der Polizeipräsident: „Diese Phänomene finden sich genauso in anderen Großstädten – mit welchen wir uns natürlich austauschen.“

Quelle Dortmund.de

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