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Dortmunds Polizei sieht seit Juli „größere Gewaltbereitschaft sehr aggressiver Täter und Tätergruppen“

Dortmunds Polizei sieht seit Juli „größere Gewaltbereitschaft sehr aggressiver Täter und Tätergruppen“

Symbolbild eines Messerangriffs - Foto Redaktion

Weder Dortmund generell noch die Nordstadt seien „No Go-Areas“, hatte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange noch Mitte August in einer umfangreichen Pressemitteilung unterstrichen – im Gegenteil, die Nordstadt sei in den vergangenen Jahrzehnten evident sicherer geworden.

Anders klingt eine Feststellung der Dortmunder Polizeibehörde vom heutigen Freitag, 7. Oktober. Zunehmend treten demnach seit dem Sommer „sehr aggressive Täter und Tätergruppen“ mit „hoher Gewaltbereitschaft“ im Innenstadtbereich auf. Oft seien diese meist jungen Täter bewaffnet.

Die reine Zahl der Raubüberfälle und Körperverletzungsdelikte habe im Vergleich zur Vor-Pandemiezeit im Jahr 2019 nicht zugenommen, stellt Langes Behörde in ihrer Pressemitteilung fest. In der Innenstadt seien im Juli, August und September ähnlich viele Delikte verzeichnet worden wie in den betreffenden Monaten 2019.

Der Unterschied jedoch, erkläutert  Polizeidirektor Thomas Pierenkämper als Leiter der Polizeiinspektion 1, sei

„… eine größere Gewaltbereitschaft der Täter, die sehr aggressiv und auch bewaffnet auftreten.“

Mit starker verdeckter und sichtbarer Präsenz gehe die Polizei aktuell in Schwerpunkteinsätzen vor allem in den Abend- und Nachtstunden in der City verstärkt gegen Täter und Tätergruppen vor.

 „Wir haben das Phänomen früh erkannt und unsere Schwerpunkteinsätze sofort angepasst, um schnell einzuschreiten, Straftaten zu verhindern und aufklären zu können.“

Innerhalb der City (Wallring) und der südlichen Nordstadt nutze die Polizei wiederholt das Instrument der „strategischen Fahndung“, mit dem räumlich und zeitlich begrenzt Sichtkontrollen auch ohne einen konkreten Anlass erlaubt sind.

„Grundlage dafür bildet Paragraph 12a des nordrhein-westfälischen Polizeigesetzes. Die strategische Fahndung zielt darauf ab, Straftaten von erheblicher Bedeutung zu verhindern. Darüber hinaus kann die Polizei damit auch Täterstrukturen aufhellen“, erklärt der Polizeidirektor.

Im Juli, August und September 2022 ermittelte die Polizei nach 21 Delikten dieser Art (2019: 24) in der Dortmunder Innenstadt (innerhalb Wall).

„Es fällt  die hohe Gewaltbereitschaft der Täter auf – wie auch bei den Körperverletzungsdelikten, bei denen die ausnahmslos jungen Täter (Jugendliche und Heranwachsende) teilweise auch bewaffnet vorgehen (u.a. mit Messern).“

Dabei falle immer wieder auch ein hoher Alkoholisierungsgrad auf.

Die Straftaten wurden auf verschiedenen Straßen innerhalb des Walls – darunter auch (aber nicht überwiegend) in der Kampstraße – sowie in der südlichen Nordstadt begangen (u.a. Bahnhofsnähe). Ein räumlicher Schwerpunkt sei dabei nicht erkennbar.

„Erkennbar ist jedoch, dass mit der Öffnung von Clubs und Diskotheken mehr junge Menschen die Innenstadt aufsuchen, um ein ganz normales Leben zu führen. Die Täter nutzen die Angebote, die Besucherströme und die Infrastruktur der Großstadt, um Straftaten zu begehen.“

Polizeidirektor Thomas Pierenkämper zur aktuellen Situation: „Das zum Teil brutale Vorgehen mancher Täter ist erschreckend und macht schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei notwendig. Deshalb setzen wir unsere Schwerpunktkontrollen in den nächsten Wochen fort.“

Polizeipräsident Gregor Lange bezieht dazu Position: „Unser Ziel ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt unbekümmert die City besuchen können – auch in den Abend- und Nachtstunden, wenn sie ausgelassen in den Clubs feiern möchten.

Wir müssen deshalb schnell Ergebnisse erzielen, Täter identifizieren und so für mehr Sicherheit sorgen. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Dortmund und anderen Institutionen.“

Quelle Polizei Dortmund

 

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