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Europaweiter Tag gegen Islamophobie: Dortmunds OB ruft zu Engagement auf und erinnert an islamfeindliche Vorfälle in 2021

Europaweiter Tag gegen Islamophobie:  Dortmunds OB ruft zu Engagement auf und erinnert an islamfeindliche Vorfälle in 2021

Fotoquelle Piyabay

Seit 2015 ist der 21. September (der gestrigen Mittwoch) der Europäische Tag gegen Islamophobie. Die Stadt Dortmund unterstreicht ihn als „wichtigen Bestandteil des gemeinsamen Engagements unzähliger Menschen gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus“. Auch in Dortmund werde dieses Engagement gewürdigt.
In der Pressemitteilung dazu erklärt sich die Stadtverwaltung wie folgt:
„Islamfeindlichkeit nimmt seit Jahren zu. Diese Tendenz zeigt sich auf gesellschaftlicher, aber auch auf politischer Ebene in islamophoben Äußerungen, rechtspopulistischer Rhetorik sowie in Hass und Hetze auf den Straßen, in politischen Gremien und sozialen Medien.

Auch in Dortmund ist es in der Vergangenheit zu Übergriffen auf die muslimische Gemeinschaft gekommen. Dabei waren häufig Moscheen das Ziel.

„Allein im vergangenen Jahr gab es vier rassistische und islamfeindliche Angriffe auf Moscheen. Diese reichten von Drohbriefen über Hakenkreuz-Schmierereien bis hin zur Befestigung eines abgetrennten Schweinekopfes am Eingangstor einer Moschee.“

Vertreter der Stadtspitze, den demokratischen Parteien, der Religionsgemeinschaften und der Zivilgesellschaft „verurteilen die Angriffe aufs Schärfste. Denn für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt sind, so Oberbürgermeister Thomas Westphal, ein friedliches Miteinander, gegenseitiger Respekt und Wertschätzung unerlässlich“, lässt sich OB Westphal (SPD) zitieren:

„In den vergangenen Jahren mussten wir deutschlandweit und weltweit eine Zunahme an Radikalisierung und Gewalt feststellen, die spätestens seit den rassistischen Anschlägen wie z.B. in Hanau unsere Gesellschaft erschüttert haben.

Für die Stadt Dortmund als weltoffene Großstadt der Nachbarn sind der Schutz und die Durchsetzung der Menschenrechte, die Stärkung des sozialen Miteinanders, die Förderung von Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe eine Daueraufgabe. Den Opfern von Ausgrenzung, rassistischen Übergriffen oder gar körperlichen Angriffen gilt daher unsere Solidarität und Unterstützung.“

Der gesellschaftliche Zusammenhalt in Dortmund „darf nicht durch Diskriminierung, Gewalt und Demokratie- und Menschenfeindlichkeit gefährdet werden“, so der Oberbürgermeister.

Der Rat der Stadt Dortmund verabschiedete am 17. Februar 2022 mit großer Mehrheit eine Resolution, in der sich der Rat mit den muslimischen Gemeinden in Dortmund solidarisierte und jede Form von rassistischen und islamfeindlichen Angriffen auf Moscheen in Dortmund verurteilte.

Manfred Kossack, Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie:

„Dortmund ist eine Stadt der guten Nachbarschaft. Wir treten ein für ein friedvolles, sicheres Zusammenleben aller Menschen in unserer Stadt und möchten gemeinsam allen menschenfeindlichen, rassistischen Umtrieben und demokratiegefährdender Gesinnung entgegenwirken.“

Integrationsrat betont respektvollen Umgang miteinander

Auch für den Integrationsrat als politisches Gremium für die Belange von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind Rassismus und Menschenfeindlichkeit zentrale Themen. Der Vorsitzende des Dortmunder Integrationsrates, Leonid Chraga, äußert anlässlich des Tages:

„Muslime erleben leider regelmäßig Diskriminierung und Beleidigungen. Diesen gilt es entschieden entgegen zu wirken. Antimuslimischer Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Der Integrationsrat wird sich auch weiterhin politisch und gesellschaftliche dafür einsetzen, dass alle Menschen in Dortmund – unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit und kulturellen Wurzeln – friedlich und respektvoll zusammenleben.“

Der interreligiöse Austausch und Dialog sind wesentliche Bausteine bei der Bekämpfung des Islamophobie. Pfarrer Friedrich Stiller, Sprecher des Dialogkreises der Abrahamsreligionen, sagte dazu:

„Im Dialogkreis der Abrahamsreligionen arbeiten die Kirchen, Moscheevereine und die Jüdische Kultusgemeinde seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Wir sind uns völlig einig darin, dass wir Angriffen auf Muslime ebenso entschlossen entgegentreten wie Angriffen auf jüdische Menschen.

Unser Motto lautet: Wir alle sind Dortmund. Wir meinen, gegen Hass und Intoleranz hilft auf Dauer nur der konsequente Dialog der Religionen. Persönliche Begegnungen auf Augenhöhe sind dabei das A und O. Dann können wir auch in Konflikten das friedliche Miteinander bewahren, wie zuletzt im Stadtteil Eving mit dem Runden Tisch zu den Moscheeneubauprojekten.“

Ahmad Aweimer, Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden (RMGD):

„Die Existenz eines ‚Europäischen Tages gegen Islamophobie‘ verdeutlicht die weltweite Problematik.

Er zeigt, dass man die Ängste der Muslime ernst nimmt. Islamophobie führt zu Angst, Geringschätzung, Abwehr, Unrecht und schließlich zur Gewalt. Sie führt ebenso zu Rassismus und Intoleranz. Muslime sind selbstverständliche Teile der Gesellschaft.

Sie werden aber oft als ‚die anderen‘ dargestellt, sie sind die Fremden und manchmal die Verdächtigen und somit entsteht statt Vertrauen bewusstes oder unbewusstes Misstrauen. Diesen Phänomenen und teilweise auch strukturell vorhandenen Diskriminierungserscheinungen müssen wir uns stärker entgegensetzen.“

Doch Aweimer betont auch:

„Es sei hier auch an die Verantwortung der Muslime erinnert, sich stärker in die Gesellschaft einzubringen und zu öffnen. Denn durch Dialog und Begegnung können Fremdheitsgefühle und Ängste abgebaut werden.“

Als gemeinsame Forderung gilt:

Der Europäische Tag gegen Islamophobie sollte zum Anlass genommen werden, die Kräfte zu bündeln, um auch auf lokaler Ebene islamophoben Tendenzen den Boden zu entziehen. Dies kann nur im Zusammenwirken mit der Zivilgesellschaft gelingen. Denn repressive oder präventive staatliche Maßnahmen allein werden das Problem nicht lösen können. Erst durch das vielfältige soziale Engagement in unserer Stadtgesellschaft wird eine Atmosphäre der Solidarität und des gegenseitiges Vertrauens geschaffen, die keinen Raum lässt für Islamfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung.

Oberbürgermeister Thomas Westphal

Manfred Kossack (Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie)

Leonid Chraga (Vorsitzender des Integrationsrates)

Friedrich Stiller (Sprecher des Dialogkreises der Abrahamsreligionen)

Ahmad Aweimer (Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden)

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