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Vollsperrungsärger Ostbürener Straße – Kreis: „Palzstraße erste Wahl für Umleitungen“

Vollsperrungsärger Ostbürener Straße – Kreis: „Palzstraße erste Wahl für Umleitungen“

Bis auf 1,2 km im Ortsdurchgang Bausenhagen, die vor zwei Jahren vom Land saniert wurden, befindet sich die über 6 km lange Palzstraße zwischen Fröndenberg und der B1 in einem völlig desolaten Zustand. (Foto Rinke)

Der heftigen Kritik an der Kreisbaustelle „Ostbürener Straße“ – mit achtwöchiger Vollsperrung zwischen Deponie und B1 und Umleitung über die völlig zerklüftete Palzstraße zwischen Bausenhagen und Siddinghausen – tritt Kreissprecher Max Rolke auf unsere Anfrage wie folgt entgegen:

„Vorab ein paar Infos zu Baustellen allgemein:

Eine Baustelle ist für alle Verkehrsteilnehmer eine Belastung, dessen ist sich der Kreis Unna bewusst. Baustellen kosten Zeit und Nerven, vor allem, wenn eine Umleitung gefahren werden muss. Daher weist der Kreis Unna im Vorfeld immer per Pressemitteilung auf geplante Bauarbeiten hin – und hat in dem Fall sogar Pläne mitgeschickt, die die Umleitung ausweisen. Ziel ist es, alle Verkehrsteilnehmer transparent über die geplanten Maßnahmen zu informieren.

Klar ist aber, dass eine Vollsperrung von so großen und bedeutenden Straßen wie der Ostbürener Straße zu Fragen und Unmut führt. Der Kreis Unna als Baulastträger versucht, bei jeder Baustelle die Belastungen für alle Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten. Immer im Blick ist dabei auch das Zeit-Nutzen-Verhältnis.

Wird eine Straße komplett gesperrt, so ist das die bestmögliche Variante, eine Baustelle so schnell wie möglich abzuschließen und die Straße wieder freizugeben – immer mit Blick auf die möglichst geringen Belastungen für die Verkehrsteilnehmer. Alternativen werden selbstverständlich diskutiert.

Vollsperrung der Ostbürener Straße an der B1 bei Unna-Stockum. (Foto Reichert)

Zur Kritik:

  • Es fehlen frühzeitige Umleitungsschilder – erst vor der Sperrung wird der Autofahrer darauf hingewiesen, dass es dort nicht weitergeht.

Die verkehrsrechtliche Anordnung erfolgte von der Stadt Unna. Aus den von dort übermittelten Plänen geht hervor, dass frühzeitig auf den Hauptverkehrsrouten Umleitungsschilder aufgestellt sind. Von Westen am Kessenbürener Weg, Ecke Frömerner Straße und aus Bausenhagen kommend direkt an der Kreuzung Palzstraße/Bausenhagener Straße. Auch aus Süden kommend wird an der Ostbürener Straße rechtzeitig auf die Sperrung hingewiesen. Im Norden ist die Zufahrt über die B1 gar nicht möglich – die Umleitung in Siddinghausen ist dort direkt ausgeschildert. Weitere Fragen oder Anmerkungen gerne direkt an die Kreisstadt Unna.

  • Die Palzstraße ist in desolatem Zustand – die Ostbürener Straße war noch vollkommen in Ordnung. Warum wird dorthin umgeleitet?

Die Palzstraße ist als Landesstraße erste Wahl für eine Umleitung. Sie ist als klassifizierte Straße darauf ausgelegt, auch größere Verkehrsströme aufnehmen zu können.

Eine Umleitung über kleinere Straßen ist nicht möglich – sie sind nicht darauf ausgelegt, größere Verkehrsströme aufzunehmen.

Der Zustand der Palzstraße ist allerdings tatsächlich äußerst schlecht – Ansprechpartner an der Stelle ist Straßen NRW. (Anmerkung d. Red.: Aussagen zu mangelnden Absprachen zwischen Kreis und Landesbehörde macht der Kreis nicht.)

Klar ist aber auch, dass die Ostbürener Straße (K24) keineswegs in intaktem Zustand war. Der Kreis Unna hat den Zustand aller Kreisstraßen mit einem Messfahrzeug erfasst. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass an der K24 dringender Handlungsbedarf besteht. Es gibt Schlaglöcher und Risse.

Ziel des Kreises Unna ist es, die Kreisstraßen in einen guten Zustand zu versetzen. Dafür gibt es ein umfassendes Kreisstraßenbauprogramm. Darin sind alle Straßen erfasst, Prioritäten gesetzt und Qualitätsziele festgelegt worden. Auch die Ostbürener Straße ist in diesem Programm erfasst.

  • Wer haftet für Schäden am Auto durch den schlechten Zustand der Palzstraße?

Die Frage ist pauschal nicht zu beantworten – das kommt auf den Einzelfall an. Es ist sicherlich empfehlenswert und auch in der Straßenverkehrsverordnung festgelegt, das eigene Fahrverhalten den Straßenverhältnissen anzupassen.“

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