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Intakte Straße aufreißen und Umleitung 2 Monate über Katastrophenpiste: Fassungslosigkeit über „Schildbürgerstreich“ zwischen Fröndenberg und B1

Intakte Straße aufreißen und Umleitung 2 Monate über Katastrophenpiste: Fassungslosigkeit über „Schildbürgerstreich“ zwischen Fröndenberg und B1

Screenshot des Videos von Peter Thiemann, der die Strecke über Siddinghausen abfuhr.

Eine völlig intakte Straße wird aufgerissen, die – nur äußerst mangelhaft ausgeschilderte – Umleitung führt während der nächsten zwei Monate über die wohl schlimmste Schlaglochpiste im gesamten Kreis und darüber hinaus.

Bei Pendlern zwischen Fröndenberg und dem Nordosten des Kreises Unna herrscht Fassungslosigkeit

Seit Montagmittag (28. 2.)  ist die Ostbürener Straße, der Hauptverbindung für Schwerlastverkehr zwischen der B1 und Fröndenberg, voll gesperrt – der Kreis engt die überbreite Fahrbahn um 3,50 Meter ein und gesellt ihr einen Radweg zu.  HIER berichten wir.

Ein Leser kommentierte:

„Das ist doch mal wieder ein Schildbürgerstreich, den kann sich keiner ausdenken. Die Palzstraße zwischen Siddinghausen und Bausenhagen ist in einem derart desolaten Zustand, dass jeder dort freiwillig weniger als die erlaubten 30km/h fährt. Vor 10 Jahren waren da noch 100km/h erlaubt und der Zustand der Straße ließ das auch zu. Statt die Palzstraße zu sanieren, wird an einer intakten Straße herum gewerkelt und der Verkehr über eine nicht mehr verkehrstaugliche Straße umgeleitet. Eine planerische Meisterleistung!“

Wieso diese Einschmälerung der Ostbürener Sraße ausgerechnet jetzt gemacht werden muss, darüber herrscht bei den von der Vollsperrung betroffenen Verkehrsteilnehmern fassungsloses Kopfschütteln.

Denn als einzige halbwegs „näherliegende“ Alternative hat der Kreis die Palzstraße ausgeschildert, die zwischen Bausenhagen und Unna-Siddinghausen jedweder Beschreibung spottet.

1,2 km der insgesamt über 6 km langen Landstraße wurden von Straßen.NRW vor mehreren Jahren saniert – genau der Teil, der durch Bausenhagen führt. Zwischen Westick und Bausenhagen sowie zwischen Bausenhagen und der B1 in Unna-Ost gleicht die Fahrbahn einer Mondlandschaft.

Auf Teilen ist die ehemals mit 100 km/h zu befahrende und inzwischen völlig zerklüftete Landesstraße bereits mit Tempo 30 beschildert, aber selbst diese Geschwindigkeit ist dem völlig desolaten Fahrbahnzustand nicht mehr angemessen. So tief gähnen die aneinandergereihten Schlaglöcher, dass über mehrere Kilometer Schrittgeschwindigkeit anzuraten ist. 

Hier ein Video von Peter Thiemann.

Nicht der einzige Ärger ob dieser neuesten Straßenbaumaßnahme des Kreises.

Umleitungsschilder waren noch bis Dienstagnachmittag Fehlanzeige.

Nicht wenige Leserinnen und Leser berichteten auf Facebook und in Nachrichten an unsere Redaktion, dass sie bis zur Sperrbake an der Deponie gefahren seien, um dort umzukehren und eine kilometerweite Umleitungsstrecke über die Fröndenberger Palz zu fahren.

Und weiterer Kritikpunkt an der Ausweichroute mitten durch Bausenhagen:

Die kurvige Ortsdurchfahrt, die zusätzlich noch durch parkende Autos am Fahrbahnrand eingeengt wird und durch die sich jetzt 30-Tonner zwängen,  sorgte bereits an den ersten beiden Tagen für brenzlige Augenblicke im Begegnungsverkehr.

Der Verkehr in und aus Richtung Werl muss zwar auch durch Bausenhagen, kann ab Ortsausgang aber nach rechts auf die überwiegend schlaglochfreie Straße Vinning ausweichen. Sie trifft zwischen den beiden Tankstellen auf die B1 in Hemmerde und ist sowohl von der Länge als auch vom Zeitaufwand her praktisch identisch mit der Route via Ostbürener Straße.

Ebenfalls können Verkehrsteilnehmer mit östlichen Zielen notfalls noch über Wiehagen und Schafhausen zur B1 gelangen, mit einigen Fahrminuten und Kilometern mehr, aber dafür auf intakten Fahrbahnen.

In Richtung Unnaer Osten oder Bönen hingegen sind die Alternativen zur „Zumutung Siddinghausen“ aufwendiger und insbesondere für den Schwerlastverkehr problematisch (etwa wegen der schmalen Ortsdurchfahrten von Fröndenberg-Frömern und Unna-Kessebüren). Weshalb denn dann wohl auch, vermutete Kreissprecher Max Rolke auf unsere Anfrage, die Wahl letztlich auf die Palzstraße gefallen sei – „mangels praktikabler Alternativen“.

Unsere Bitte um Stellungnahme der planenden Behörden will Rolke an die zuständigen Stellen weitergeben.

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