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Vitalität der Innenstädte tiefgreifend bedroht: Was zieht Menschen in die City?

Vitalität der Innenstädte tiefgreifend bedroht: Was zieht Menschen in die City?

Symbolbild - Leerstand in Unna an der Bahnhofstraße. (Foto Rinke)

„Die Pandemie hat den Handlungsdruck extrem erhöht. Auf die Innenstädte kommen tiefgreifende Veränderungen zu.“

Fast 2 Jahre nach dem ersten Lockdown wird immer deutlicher, wie sich die Innenstädte im Ruhrgebiet verändern. Was (noch) nicht auf den ersten Blick im Stadtbild zu sehen ist, zeigt der neue IHK-Handelsreport Ruhr, den die 6 Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets alle zwei Jahre erstellen.

Die Strukturveränderungen im Handel, der sich an leerstehenden oder anderweitig genutzten Ladenlokalen ablesen ließen, seien durch die Pandemie enorm beschleunigt worden.

Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung GmbH (Köln), der die Ergebnisse des IHK-Handelsreports Ruhr präsentierte, warnt:

„Noch prägen die großen Fashionanbieter die Innenstädte und Shoppingcenter des Ruhrgebiets, allerdings hat der Rückzug als Folge des boomenden Onlinehandels bereits begonnen. Corona wird diesen Trend beschleunigen.“

Dr. Jan Heinisch vom NRW-Bauministerium  sieht die Folgen langfristig:

„Der Lockdown bedrohte zunächst Handel und Dienstleistungen im Stadtzentrum. Wenn dadurch Insolvenzen drohen, könnte die Vitalität der Innenstädte insgesamt zum Erliegen kommen“.

Die Experten waren sich deshalb einig, dass die Innenstädte und Ortszentren der Zukunft multifunktional aufgestellt sein müssten.

„Stadt ist nicht nur Handel – Stadt ist Leben! Auch Wohnen, Kultur und Mobilität müssen mitgedacht werden. Vor allem benötigen wir aber eine Stadt als Erlebnisort, als Begegnungsstätte.

„Die Menschen müssen wieder gerne in die Stadt kommen und dort verweilen“,

ist sich Ariane Breuer, Sprecherin der „Stadtretter“-Initiative, sicher.

Heinisch wies darauf hin, dass noch 30 Mio. Euro aus dem Sofortprogramm Innenstadt zur Verfügung stehen. Kommunen könnten noch bis Ende April Anträge stellen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jaeckel resümierte:

„Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Standortgemeinschaften, Unternehmen, Eigentümern und Immobilienwirtschaft wird es gelingen, attraktive Innenstädte zu erhalten oder wiederherzustellen. Den Menschen muss noch stärker bewusst gemacht werden, dass sie mit ihrem Einkaufsverhalten direkten Einfluss darauf haben, wie ihre Innenstadt oder ihr Ortszentrum in Zukunft aussieht.“

Den Handlungsdruck verdeutlichte auch das Ergebnis der Umfrage unter den Teilnehmern der Veranstaltung. 77 Prozent  „machen sich Sorgen“, wenn sie an die Zukunft ihrer Innenstadt denken, nur 15 Prozent sagen, dass sie „gut aufgestellt“ ist.

Quelle IHK

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