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„Lage entspannt“: Soester Klinikchefarzt sieht Omikron als Chance für gezielte Durchseuchung – Warnende Gegenstimmen

„Lage entspannt“: Soester Klinikchefarzt sieht Omikron als Chance für gezielte Durchseuchung – Warnende Gegenstimmen

Foto: Redaktion AaH

Lockerungen just zu einem Zeitpunkt, da die Omikron-Neufälle  durch die Decke gehen? Genau das empfiehlt der Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin im Marienkrankenhaus Soest, Dr. Dr. Peter Lierz.

Mit einer gezielten Durchseuchung, so der Mediziner in einer lokalen Zeitung, könne die Kette durchbrochen werden. Die Lage habe sich mit der Omikronvariante spürbar entspannt:

„Viele kommen ins Krankenhaus, obwohl dafür keine Indikation besteht. Mit einer Grippe wären diese Patienten nicht gekommen.“

Kreisweit verzeichnet der Kreis Soest aktuell weniger als eine Handvoll Intensivpatienten (3). Ähnlich entspannt sieht es wie berichtet im Kreis Unna (7) oder in Dortmund aus (15).

Der Chefarzt führt seine Argumentationskette weiter aus: Die Politik müsse die Coronaregeln jetzt eigentlich kontrolliert öffnen, denn Omikron sei „eine echte Chance, die Durchseuchung zuzulassen. Wenn erst wieder eine aggressivere Virusvariante auftrete, könne es zu spät sein.

Denn, so Lierz:  Wenn alle durchimmunisiert seien, werde das Virus kaum noch weitergegeben. Die Chance ergebe sich auch aus der Impfquote: Geboosterte hätten eine geringe Gefahr, schwer zu erkranken, und Kinde ebenso.

Marienkrankenhaus Soest – Screenshot der Website

Warnende Gegenstimmen

Es gibt auch große Vorbehalte. Der Virologe Oliver Keppler etwa hat hingegen in einem Interview davor gewarnt, Omikron auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Welle jetzt „durchlaufen“ zu lassen wäre eine ganz schlechte Strategie, das zeige der Blick in andere Länder wie Großbritannien und die USA.

„In den USA sind die aktuellen Zahlen an Patienten, die aufgenommen werden, so hoch wie nie in der Pandemie. Die Intensivstationen füllen sich, mit etwa 2.000 Menschen, die am Tag sterben.“

Omikron sei kein milder Erreger. Wichtig sei es, in den nächsten Monaten eine gute Immunität durch Impfung aufzubauen.

Die Lage an diesem Wochenende in NRW

Leitindikatoren für Nordrhein-Westfalen
Datenstand 30.01.2022 – 00:00 Uhr (IfSG) bzw. 29.01.2022 – 12:15 Uhr (DIVI)

7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz
gemäß IfSG1
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten
DIVI-Intensivregister2
7-Tage-Inzidenz
gemäß IfSG3

4,42

8,64 %

1.176,2
+31,0*

Kreis Soest

Laborbestätigte COVID-19-Fälle in Soest
Datenstand 30.01.2022 – 00:00 Uhr

Gemeldete Fälle
Wocheninzidenz
Aktuell infizierte Personen
Bislang genesene Personen
Verstorbene Personen

23.208
+284*

1.070,7
+86,0*

4.000**

19.000**

247
+/-0*

Kreis Unna

Laborbestätigte COVID-19-Fälle in Unna
Datenstand 30.01.2022 – 00:00 Uhr

Gemeldete Fälle
Wocheninzidenz
Aktuell infizierte Personen
Bislang genesene Personen
Verstorbene Personen

40.551
+452*

1.424,7
-110,5*

8.900**

31.100**

572
+2*

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