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LINKE: Aufhebung Präsenzpflicht an Schulen nachvollziehbare Forderung

LINKE: Aufhebung Präsenzpflicht an Schulen nachvollziehbare Forderung

Klassenzimmer. Symbolbild Red.

Nach der Ankündigung von NRW-Landesbildungsministerin Gebauer (FDP), keine Einzel-PCR-Tests für Schulen mehr zur Verfügung zu stellen, fordert die Landesschüler:innenvertretung NRW eine Aufhebung der Präsenzpflicht. Jules El-Khatib, Sprecher des Landesverbandes NRW der Partei DIE LINKE, findet das folgerichtig:

„Wenn eine Klasse im Pooltest positiv getestet wurde, bringen Schnelltests keine Sicherheit. Dass die Landesregierung den Schülern gleichzeitig die sicheren PCR-Tests vorenthält, aber dennoch weiter auf normalem Unterricht im Klassenzimmer besteht, setzt die Schülerinnen und Schüler unnötiger Gefahr aus. Man bekommt den Eindruck, dass die Landesregierung Corona nicht ernst nimmt.

Wir leben seit zwei Jahren mit Corona. Damit hatte das NRW-Schulministerium viel Zeit, um die Schulen auf die aktuelle Situation vorzubereiten. Es war schon im ersten Corona-Jahr klar, dass die Landesregierung die Testkapazitäten ausbauen und die Schulen für Fernunterricht fit machen muss. Heute haben wir die Situation, dass alleine Wien mehr PCR-Tests durchführt als ganz Deutschland, und dass die Schulen in NRW noch immer vielfach nicht in der Lage sind, hochqualitativen Distanzunterricht sicherzustellen. Es fehlt an Schul-Laptops, an Software, an Unterstützung für die Lehrkräfte.

Das alles ist kein überraschendes Schicksal, sondern das Versagen der Landesregierung. Dass die Schülerinnen und Schüler sich in den Schulen nicht mehr sicher fühlen, sollte die Landesregierung zutiefst betroffen machen. Die Schülerinnen und Schüler wollen in die Schulen gehen, ihre Freundinnen und Freunde wirklich treffen. Die Forderung nach Aufhebung der Präsenzpflicht ist aus der Not geboren. Sie zeigt: Die Schülerinnen und Schüler haben die Bedrohung durch Corona verstanden, die Landesregierung nicht.

Dass die Landesschülervertretung dazu auch eine Aussetzung der Benotung fordert, ist folgerichtig, denn eine Vergleichbarkeit der Leistungen ist unter diesen Umständen kaum noch gegeben. Wir als Linke sind ebenso wie die Schulforschung und die Bildungswissenschaft auch grundsätzlich der Ansicht, dass Ziffernnoten dem Schulerfolg nicht helfen. Besser wären individuelle Beurteilungen, die Fähigkeiten beschreiben und Lernfortschritte berücksichtigen.“

Daniela Lajios
Referentin für Kommunikation

DIE LINKE. Nordrhein-Westfalen

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