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Keine Coronaprämien für medizinische Fachangestellte – es sei denn, der Chef zahlt

Keine Coronaprämien für medizinische Fachangestellte – es sei denn, der Chef zahlt

Foto A. Reichert

Coronaprämien gibt es für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst – 1300 Euro steuerfrei, für Angestellte wie Beamte. Wir berichteten.

Coronaprämien gibt es aber in absehbarer Zeit nicht für medizinische Fachangestellte (MFA). Das hat die Bundesregierung nun klar gestellt.

Heinz Ebbinghaus, Sprecher der niedergelassenen Ärzte im Kreis Soest, bedauert in einem Artikel des Soester Anzeigers die Entscheidung der Politik. Begründet wird sie mit dem Argument, dass Prämien nur an die ausgeschüttet würden, die „besonders mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen“ hätten.

Dabei seien es doch gerade die medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferinnen), die den ganzen Frust und Ärger abbekämen. Alles werde an ihnen abgelassen, und das gewiss nicht immer in höflichem Ton.

Dazu komme das zermürbende, aufreibende Termingeschäft.

Als „Ersatz“ für die staatliche Prämie kann jeder Arbeitgeber in Deutschland, also auch jeder Arzt, noch bis März seinen Mitarbeitern selbst eine Prämie zahlen  – in Höhe von bis zu 1500 Euro bleibt sie steuerfrei.

Der Soester Ärztesprecher kennt schon viele Kollegen, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Praxen mit einer steuerfreien Prämie bedacht hätten,  als Anerkennung für ihre Leistungen während der Pandemie.

Immerhin erzielten die Praxen durch das Impfen auch höhere Einnahmen, argumentiert Ebbinghaus:

„Es ist doch im Interesse des Arztes, dass seine Praxis gut funktioniert. Die Medizinischen Fachangestellten sind unser höchstes Gut! Und ganz nebenbei wird es immer schwieriger, sie zu finden und zu halten.“ Und ein gutes Praxisklima tue allen gut.

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