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27 % mehr Ausbildungsverträge, 200 Lehrstellen frei: Handwerk in Region punktet – Konkurrenz um beste Köpfe verschärft sich

27 % mehr Ausbildungsverträge, 200 Lehrstellen frei: Handwerk in Region punktet – Konkurrenz um beste Köpfe verschärft sich

(v.l.): Tischlermeister Matthias Ernst; Thomas Keyen (Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Hamm); Kreishandwerksmeister Christoph Knepper; Detlef Schönberger (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe).

Handwerks-Ausbildung trotzt Corona – Handwerk präsentiert aktuelle Zahlen in Fröndenberg:

„Das Handwerk hat bisher allen Krisen getrotzt.  Die meisten Handwerke verfügen über eine ausgezeichnete Auftragslage – und bilden ungebremst aus: tolle Aussichten für junge Leute bei uns,“ sagte Kreishandwerksmeister Christoph Knepper bei der Vorlage der aktuellen Zahlen zur Ausbildung 2021.

Gastgeber für die Präsentation durch die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe war die Bau- und Möbeltischlerei Matthias Ernst in Fröndenberg.

Das große Minus aus dem vergangenen Jahr in allen drei Regionen der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe (Landkreise Unna und Soest sowie Stadt Hamm) wieder wettgemacht werden: Insgesamt 1.217 junge Frauen und 15 Männer fanden das heimische Handwerk so spannend, dass sie einen Ausbildungsplatz antraten; eine Steigerung von 27,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit erlernen jetzt aktuell 3.650 Auszubildende einen Handwerksberuf. Und die Firmen müssen immer mehr bieten:

„Die Konkurrenz um die besten Köpfe verschärft sich; die Wahrscheinlichkeit sinkt, einen Azubi für die eigene Firma zu finden. Diese kann nur gesteigert werden, wenn sich das Stellenangebot an den Werten der jungen Menschen orientiert und ihnen das bietet, was sie heute mehr denn je suchen: Sicherheit, sinnstiftende Arbeit und eine ausgewogene Work-Life-Balance.“

Auch der Blick in den Kreis Unna zeigt deutlich ins Positive gedrehte Zahlen: Mit 409 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen können die Handwerker 20 ein Plus von 30,3 Prozentpunkten vermelden. Im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 bleibt immer noch eine stolze Steigerung um 14,6 Prozent. In fast allen Innungsgewerken wurden mehr Ausbildungsverträge geschlossen.

Besondere Gewinner-Gewerke sind

  • Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik,
  • Dachdecker,
  • Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei),
  • Kfz-Mechatroniker
  • sowie Maler und Lackierer.

Die Internet-Ausbildungsbörse der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe verzeichnet aktuell mehr als 200 freie Lehrstellen für das kommende Ausbildungsjahr.

„Nachdem der Ausbildungsmarkt im vergangenen Jahr einen pandemiebedingten Einbruch erlitten hat, befindet er sich derzeit auf Regenerationskurs und steuert auf eine Entspannung mit einer verbesserten Relation verfügbarer Stellen pro jugendlichem Bewerber zu“, bilanziert Thomas Keyen (Geschäftsführer der Hammer Arbeitsagentur). Dies fuße auf einem deutlich gestiegenen Ausbildungsstellenangebot bei gleichzeitig moderaterem Anstieg der Bewerberzahlen.

Für junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle bedeute dies eine starke Verbesserung im Vergleich zu früheren Jahren, während sich der Druck auf die Unternehmen verstärke. Keyen rät daher zu Kreativität und Einsatz, Betriebe und Ausbildungsmöglichkeiten attraktiv darzustellen:

„Die Konkurrenz um die besten Köpfe verschärft sich; die Wahrscheinlichkeit sinkt, einen Azubi für die eigene Firma zu finden. Diese kann nur gesteigert werden, wenn sich das Stellenangebot an den Werten der jungen Menschen orientiert und ihnen das bietet, was sie heute mehr denn je suchen: Sicherheit, sinnstiftende Arbeit und eine ausgewogene Work-Life-Balance.“

Tischlermeister Matthias Ernst (Fröndenberg) erläutert mit Blick auf seinen Betrieb: „Das Handwerk kämpft heute sehr gegen den Trend zum Studieren an. Vielfach bekommen die Jugendlichen von Eltern und Lehrern gar nicht mehr den Weg in die Duale Ausbildung aufgezeigt, nach dem Motto: Geh Du mal weiter zur Schule und dann vielleicht studieren!

„Dabei kann man gerade heute wie kaum jemals zuvor Karriere im Handwerk machen – und Spaß bei seiner kreativen Arbeit haben!“

Matthias Ernst (50) führt den seit über 120 Jahren bestehenden Familienbetrieb als Bau- und Möbeltischlerei. Er beschäftigt acht Mitarbeiter und bildet aktuell 75 zwei Jugendliche aus. Der Tischlermeister engagiert sich ehrenamtlich unter anderem als Obermeister der Tischler-Innung Unna, die 60 Unternehmen der Branche im Kreis Unna vertritt.

Mit Sicherheit die Zukunft in der Region gestalten 80 „In den letzten beiden Jahren ist unmissverständlich klar geworden: Ohne Handwerker mit praktischem Verstand, die bei ihrem Tun mit allen Sinnen anpacken, sind die Klimaschutzziele, kreative Wohnlösungen für Senioren und die dringende Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur nicht zu erreichen“, so Detlef Schönberger. Eine Ausbildung sowie ein Beruf im Handwerk böten 85 spannende und anspruchsvolle Tätigkeitsfelder mit einem hohen Maß an Sicherheit.

Quelle Kreishandwerkerschaft Hellweg

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