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24 Stunden am Steuer eines desolaten 40-Tonners: „Chef hat angeordnet, ich soll durchfahren“

24 Stunden am Steuer eines desolaten 40-Tonners: „Chef hat angeordnet, ich soll durchfahren“

Symbolbild eines Lkw - Archiv Redaktion AaH

24 Stunden am Steuer eines 40-Tonners – gerissene Windschutzscheibe, defekte Bremsen, abgefahrene Reifen:

Eine Vielzahl technischer M√§ngel und Manipulationen an einem 40-Tonner sowie gravierende Verst√∂√üe gegen Lenkzeitvorschriften f√ľhrten gestern auf der A44 bei Werl zum vorl√§ufigen Ende der Reise eines Transporters.

Ein Spezialteam der Autobahnpolizei entdeckte den Lkw auf der A44 in Richtung Kassel. Bei der Kontrolle auf dem Parkplatz „Am Haarstrang“ gab der Fahrer zu, die Ladung unter einem erheblichen Zeitdruck von Dortmund nach Gera transportieren zu m√ľssen:

Sein Chef habe die Verstöße gegen die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten angeordnet. Der 24-jährige Fahrer saß innerhalb von 36 Stunden insgesamt 24 Stunden am Steuer des Gespanns.

Das elektronische Auslesen der Fahrerkarte f√ľhrte zu der Erkenntnis, dass der 24-J√§hrige in einem Zeitraum von 28 Tagen immer wieder die Vorschriften f√ľr einzuhaltende Ruhezeiten missachtete.

Mit der Konsequenz, dass der Fahrer und der Unternehmer zwei Sicherheitsleistungen hinterlegen mussten:

Der 41-J√§hrige zahlte 3389,75 Euro an Ort und Stelle. Der Spediteur muss noch 10162,25 Euro √ľberweisen. Damit konnten sich Fahrer und Unternehmer jedoch nicht freikaufen – das auf Lkw-Kontrollen spezialisierte Team der Autobahnpolizei in Kamen untersagte die Weiterfahrt des 40-Tonners.

Erst wenn die gerissene Windschutzscheibe ersetzt wird und lebenswichtige Sicherheitssysteme wie ABS und andere Sensoren wieder einwandfrei funktionieren, darf die Tour weitergehen. Dazu geh√∂rt √ľbrigens auch eine neue Bereifung: An einem der Pneus l√∂ste sich bereits die Lauffl√§che ab.

Fazit: Die mangelhafte Technik, der insgesamt schlechte Gesamteindruck des Lkw und die √úberm√ľdung des Fahrers f√ľhrten zu einer erheblichen Gefahr auf der Autobahn, weshalb die Polizei schlie√ülich auf die Bremse trat.

Die Technik an dem 40-Tonner war sehr gef√§hrlich. Gut funktionierte dagegen die Kommunikation des Transportunternehmers: Kurz nach der Kontrolle durch die Autobahnpolizei meldete sich ein Spediteur aus √Ėsterreich. Er bat darum, die Pakete umladen zu d√ľrfen, da es sich um Terminfracht handele …

Quelle Polizei Dortmund

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