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Haben Eishallen noch Zukunft? Unnaer Ratsfrau bringt Beispiele mit, wo es gelingt

Haben Eishallen noch Zukunft? Unnaer Ratsfrau bringt Beispiele mit, wo es gelingt

Wird das Abbruchbild aus der geschlossenen Unnaer Eissporthalle zum Sinnbild für die Zukunft des Eissports? (Archibild/ c/o Rinke)

Wie geht es weiter mit der Eishalle Unna? Wie gehen andere Kommunen mit dem Sanierungsstau um?

Um darüber mehr zu erfahren, nahm Bärbel Risadelli von der Ratsfraktion „Wir für Unna“ (WfU) am Kongress des Deutschen Eishockey-Bundes und des Eishockeyverbandes NRW teil.

Schwerpunktthema: der Neubau und die Sanierung von Eissporthallen in Deutschland.

„Ich bin uneingeschränkt nach wie vor der Meinung, dass die Eissporthalle in Unna erhalten bleiben muss, und ich setze mich auch weiter dafür aktiv ein“, betont Risadelli.

Nach offiziellen Untersuchungen beträgt der Gesamtsanierungsstau bei Sportstätten in Deutschland über 30 Mrd. €. „Das gilt auch für große und kleine Eissporthallen, die für die Zukunft der Eissportarten unverzichtbat und ein wichtiger Freizeitfaktor sind“, so Risadelli.

Zum Thema „Nachhaltiges Bauen und Sanieren von Eishallen – was verändert sich?“ referierte der freie Architekt Uwe Schlenker aus Villingen-Schwenningen. Bärbel Risadelli:

„Interessant war zu hören, dass eine Sanierung grundsätzlich in Etappen über mehrere Jahre möglich ist. Und dass ein Abriss immer die letzte Möglichkeit sein sollte, denn mit der heutigen Technik kann jede Eissporthalle effektiv und klimafreundlich instand gesetzt werden.“

Ausdrücklich wurde, so betont Risadelli,  darauf hingewiesen, dass „Vereine als Bauherren und Betreiber von Eishallen“ eine gute Lösung darstellen, wenn die Kommune die Sanierung nicht stemmen kann.

„So hat es der Verein ETC Chrimmitschau geschafft, für Verein und Bürger eine Eishalle zu bauen und zu betreiben.“

Viele Förderungen seien möglich,  zum Beispiel 40% Zuschüsse bei der Beleuchtung.

„Der Verein ESC Höchststadt hat es geschafft, zu der bestehenden kommunalen Eishalle, eine zweite zu bauen“, nennt die Unnaer Ratspolitikerin ein weiterer gelungenes Beispiel: Der Verein biete ganzjährig Eis und betreibe die Halle in Eigenregie.

„Zwei Eishallen, die voll ausgelastet sind, und das bei 14.000 Einwohnern – das ließ mich mehr als staunen“, erklärt Bärbel Risadelli beeindruckt.

Auch Wolfsburg baue eine zweite, zusätzliche Eishalle. Die „Eisallianz Wolfsburg“ werde fraktionsübergreifend als Projekt unterstützt und gefördert.

„Da kann ich nur hoffen, dass auch in Unna endlich ein Umdenken stattfindet und die Sanierung der Eissporthalle über Bürgerentscheid hinaus von den Unnaer Fraktionen unterstützt wird“, resümiert Bärbel Risadelli.

Ihr Fazit:

„Ich habe viel mitgenommen, besonders, dass die Vielfalt nicht verloren gehen darf. Geht man nur systemrelevanten Dingen nach, dann geht die so wichtige Vielfalt für die Gesellschaft verloren.

Auch die Aussagen von Prof. Dr. Robin Kähler aus Mannheim klingen noch nachhaltig in meinen Ohren „Eislaufen ist Lebensfreude und eine wichtige Kommunikationssportart und die Frage sollten immer lauten: „Was wollen die Menschen“!

BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT 

In Unnas Nachbarschaft im Norden, in Bergkamen, gelang bekanntlich ebenfalls der Erhalt einer Eissporthalle: Das dortige Modell fußt auf der Kombination eines privaten Pächters und wohlwollender unterstützender Stadtverwaltung und Politik. Allerdings sind Größe und Sanierungsbedarf der Bergkamener Eissporthalle nicht mit Unna vergleichbar. Hier gibt die Stadt den momentanen Grundsanierungsbedarf mit rund 12 Mio. Euro an, während die Bürgerinitiative Unna.braucht.Eis einen Bruchteil errechnet hat. Ein zweites Bürgerbegehren zum Erhalt der Halle ist in Vorbereitung. 

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