Der politische Jubel über den Ersatzbau der Rahmedetalbrücke auf der A45 (wir berichteten über die Teileröffnung mit Kanzlerbesuch am 22. 12.) kann nicht übertönen, dass fast jede dritte Autobahnbrücke in NRW marode ist.
Diese Schätzung teilt die Industrie- und Handelskammer mit.
Daher gilt schon jetzt an vielen Brücken ein Verbot für Schwerlastverkehr.
Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat wenig Vertrauen in solche Verbote. Er glaubt: Sie werden von vielen Lkw-Fahrern unterlaufen. Deshalb müssten Verstöße drastisch schärfer geahndet werden.
In einem Interview mit der Rheinischen Post merkte Krischer an, dass die Bußgelder teils bei unter 100 Euro lägen. Dadurch würden sich Abkürzungen über gesperrte Brücken für Speditionen weder zeitlich noch finanziell lohnen. Der Zeitaufwand und die Spritkosten seien viel höher als das mögliche Bußgeld.
An der maroden Brücke auf der A42 zwischen Essen und Bottrop etwa wurden zum Start der Sperranlage täglich 200 Lastwagen in nur eine Fahrtrichtung gestoppt. Auch vor der Freigabe der ersetzten Rahmedetalbrücke wurden jede Woche Dutzende Lkw-Fahrer an den für Durchgangsverkehr gesperrten Strecken rund um Lüdenscheid gestoppt und wieder zurückgeschickt.
Ignoriert ein Lkw-Fahrer ein Durchfahrtsverbot, sieht der Bußgeldkatalog in der Regel 100 Euro vor – wenn der Verstoß denn überhaupt festgestellt wird.
Dauerhaft kontrollieren könne man nur mit technischen Anlagen, räumt der Minister ein. Bei solchen Sperranlagen sind die Bußgelder bei Verstößen schon jetzt deutlich höher: Es drohen 500 Euro Bußgeld und zwei Monate Fahrverbot, was einen Berufskraftfahrer vor große Schwierigkeiten stellen kann.
Quelle: rp Online, WDR Dortmund

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