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Vier Tage nach Pogrom-Gedenktag zynische Opferverhöhnung am neu gestalteten Werler Kurparkteich – Staatsschutz ermittelt

Vier Tage nach Pogrom-Gedenktag zynische Opferverhöhnung am neu gestalteten Werler Kurparkteich – Staatsschutz ermittelt

„Deutschland den Deutschen“ und „Arbeit macht frei“.

Diese beiden weißen Schriftzüge prangten am Donnerstag, 13. November, auf dem stählernen Geländer vor dem neu umgestalteten Teich im Werler Kurpark. Ebenso wie die Sitzbänke und und Natursteine rund um den Teich war das Metallgitter erst vor wenigen Wochen neu am Teich installiert worden.

Das stählerne Geländer vor dem neu gestalteten Werler Kurparkteich.

Mehrere Parkbesucher – darunter eine Mitarbeiterin unserer Redaktion, die an einer Werler Schule arbeitet –  entdeckten das Geschmiere am frühen heutigen Nachmittag und schüttelten verständnislos ihre Köpfe.

Eine ältere Dame, die täglich im Werler Kurpark spazieren geht, war sich sicher, dass das Geschmier am Teichgeländer ganz frisch war. „Das war ja klar, dass etwas Schönes gleich wieder mit solchen Sauereien verunstaltet wird“, meinte ein älterer Mann. „Aber das hier“, er zeigte auf die Worte „Arbeit macht frei“, „geht wirklich ein bisschen zu weit.“

Damit wandten sich die Parkbesucher wieder ihren privaten Gesprächen zu.

Unsere Mitarbeiterin schickte die Fotos der KZ-Parole und des rechtsradikalen Spruchs an die Kreispolizei Soest. Diese reagierte am Folgetag mit einer Pressemitteilung, in der sie darüber informierte, dass der Staatsschutz über den Vorfall informiert wurde.

UPDATE am Freitag –  der Staatsschutz ermittelt 

Die Polizei berichtet:

„Vor Ort stellten Beamte fest, dass im oberen Bereich des Metallzauns mit weißer Farbe die nationalsozialistischen und volksverhetzenden Parolen „Deutschland den Deutschen“ sowie „Arbeit macht frei“ aufgebracht wurden. Zudem klebte daran ein Aufkleber, der augenscheinlich das Stadtwappen von Dortmund zeigte.

Der Staatsschutz wurde über den Sachverhalt informiert. Zeugen, die Angaben zu den Schmierereien oder möglichen Tätern machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02922/91000 bei der Polizeiwache in Werl zu melden oder die nächste Polizeidienststelle aufzusuchen.“

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Die Parole „Arbeit macht frei“ wurde durch ihre Verwendung als Toraufschrift an etlichen nationalsozialistischen Konzentrationslagern bekannt. Durch die Pervertierung der ursprünglichen Bedeutung wird er heute als zynische und die Opfer verhöhnende Parole zur Verschleierung der menschenunwürdigen Behandlung in den Konzentrationslagern verstanden, in denen Zwangsarbeit der Unterwerfung, Ausbeutung, Erniedrigung und Ermordung von Menschen diente.

Besonders widerwärtig wird die Verwendung des KZ-Spruchs auf dem Hintergrund, dass erst vier Tage zuvor, am 9. November, das Gedenken an die Novemberpogrome gehalten wurde. Auch in Werl. 

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