Nach dem bundesweiten Eklat in den sozialen Medien, der auf die Übermalung der Neheimer „Regenbogentreppe“ mit Schwarz-Rot-Gold folgte und in den in Person die Fröndenberger Gesamtschulleiterin Verena Verspohl als Arnsberger Grünensprecherin involviert war, hat die Bezirksvertretung Neheim das Projekt „Treppe für Vielfalt“ begraben.
In einer Sitzung des Gremiums in dieser Woche beschlossen die Lokalpolitiker laut Westfalenpost, nach alternativen Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu suchen. Die Treppe am Busbahnhof soll hingegen schlicht grau bleiben.
Währenddessen hat sich der Verein offen.BUND Arnsberg, der in diesem Sommer den ersten Christopher Street Day (CSD) im Sauerland plant, öffentlich an Bürgermeister und Ratsfraktionen gewandt. Darin wünschen sich die Verfasser eine klare Positionierung der Stadt.
Die Regenbogentreppe sei ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Vielfalt und Akzeptanz. Gerade für queere Menschen im Sauerland sei Sichtbarkeit im öffentlichen Raum wichtig, heißt es in dem offenen Brief.
Mit deutlicher Kritik fragen die Verfasser:
„Hat die Stadt nicht mehr das Rückgrat, zu ihrer damaligen Entscheidung zu stehen?“
Man dürfe nicht den Eindruck entstehen lassen, dass diejenigen gewinnen, die öffentliche Projekte zerstörten und damit in Frage stellten.
Der Verein unterstreicht zugleich seinen Wunsch nach friedlichem Miteinander. Verständnis füreinander und die Akzeptanz unterschiedlicher Ansichten seien zentrale Voraussetzungen.
Nationalstolz werde dabei grundsätzlich nicht in Frage gestellt; man könne froh sein, in diesem Land zu leben. Wichtig sei jedoch, dass unterschiedliche Ausdrucksformen im öffentlichen Raum auf geordnetem und demokratischem Weg entschieden würden und Werte wie Toleranz und Akzeptanz erhalten blieben.
Die Verfasser appellieren dafür, im weiteren politischen Verfahren gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Quellen: Archiv Rundblick Unna, Blickpunkt Arnsberg, Westfalenpost Arnsberg

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