Zügellose Aggressionen im Straßenverkehr.
Ein äußerst auf Krawall gebürsteter Elektroradfahrer hat am Sonntag, 20. August,in Iserlohn einen Pkw-Fahrer mit Reizgas bedroht.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach 13 Uhr an der Nußbergstraße. Der 39-jährige Pkw-Fahrer überholte einen Pedelec-Fahrer nach eigenen Angaben mit ausreichendem Seitenabstand.
Als er gerade neben dem Rad vorbeifuhr, habe der Radfahrer unvermittelt nach links gelenkt. Die Fahrzeuge streiften sich nicht.
Doch der Radfahrer schrie hinter dem Pkw-Fahrer her, er solle stehenbleiben.
An der Kreuzung Schapker Weg/Dortmunder Straße musste der Pkw-Fahrer warten.
Der Radfahrer holte auf, stieg von seinem Pedelec und forderte den Pkw-Fahrer mit gezogenem Reizstoff-Sprühgerät „zum Kampf“ auf.
Der Pkw-Fahrer gab Gas und flüchtete, der Pedelec-Fahrer verfolgte ihn noch ein Stück. Der Pkw-Fahrer holte die Polizei.
Eine Nahbereichsfahndung nach dem Pedelec-Fahrer verlief ohne Erfolg.
Der Unbekannte ist ca. 35 Jahre alt und 1,85 Meter groß und hat kurze, blonde Haare. Er trug dunkle, kurze Radsportkleidung undeine schwarze Kappe mit dem Schirm nach hinten. Das schwarze Pedelec hat gelbe Akzente. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 9199-0.
Quelle Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis

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Brutal war auch am Wochenende das vorgehen von E-Radfahrer an der belebten Ruhrstrecke unterhalb der Hohensyburg. Obwohl Fußgänger auf dem schmalem Ruhrtalradwanderweg grundsätzlich immer Vorfahrt haben, sind die motorisierten Radfahrer im Sekundentakt mit ihren schweren Geräten ohne abzubremsen an den Fußgängern mit nur wenigen cm Abstand vorbei gerast. Im Sekundentakt wurde man von heranrasenden weggeklingelt und immer wieder angeschnauzt. Zwei mal hat man mich beim vorbeirasen angerempelt. Wenn Radfahrer bei Fußgängergruppen oder Gegenverkehr abbremsen mussten, sind sie agressiv geworden. Auch untereinander.
Warum 90% der motorisierten Radfahrer Sonntags bei schönem Wetter in ihrer Freizeit solch eine enge Strecke mit vielen Kindern, älteren Senioren oder Fußgänger mit Hunden unbedingt durchrasen müssen, ist mir unbegreiflich. Das sich so viele selbst in ihrer Freizeit so überdreht verhalten, ist für mich ein Zeichen einer kranken Gesellschaft. Das man dort seine Agressionen ohne Kontrollen, ohne Nummerschild und mit schnellem davonfahren vielleicht auch unbewußt besser ausleben kann als mit dem Auto, spielt vielleicht auch eine Rolle. Viele übetragen vielleicht auch den gewohnten harten Mobilitätskampf aus der Stadt in die Natur. Die Einheimischen auf dem Land oder die normalen unmotorisierten eigendlichen Radfahrer sind erfahrungsgemäß weitaus entspannter.