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Fröndenbergs Bürgermeisterin: „Was wir heute nicht machen, wird morgen massiv teurer – auf Kosten der Jüngeren“

Fröndenbergs Bürgermeisterin: „Was wir heute nicht machen, wird morgen massiv teurer – auf Kosten der Jüngeren“

„Ich glaube, dass das inzwischen in alle Köpfen angekommen sein sollte: Was wir heute nicht machen, das wird morgen massiv teurer. Und das geht auf Kosten und zu Lasten unserer jüngeren Generationen!“

Mit einem energischen Bekenntnis zum Investitionsprogramm der Stadt Fröndenberg positionierte sich Bürgermeisterin Sabina Müller (SPD)  beim Neujahrsempfang ihrer Partei in der Kulturschmiede. Erstmals nach der langen kontaktarmen Zeit richtete der Stadtverband der größten Fröndenberger Partei am letzten Sonntag im Februar wieder einen Jahresauftakt in Präsenz aus.

Sowohl Müller wie auch der Stadtverbandsvorsitzender Michael Nophut begrüßten die vielen Besucher, unter ihnen die beiden Bundestags- und Landtagsabgeordneten Oliver Kaczmarek und Hartmut Ganzke, ausgesprochen freudig mit dem Tenor: Das war jetzt wirklich mal wieder an der Zeit. Einen besonders herzlichen Gruß richteten die Genossen an diesem Mittag aus der Kulturschmiede an den erkrankten Geschäftsführer Gerd Schürmann im Krankenhaus.

Bürgermeisterin Sabina Müller und Stadtverbandsvorsitzender Michael Nophut. (Foto Rinke)

Sabina Müller richtete in ihrer Ansprache ihren Blick zurück auf bewältigte Krisen wie das verheerende Hochwasser im Sommer 2021 („das ist der Klimawandel, ganz eindeutig) und zählte sodann die aktuellen Krisen auf.

„Putins Angriffskrieg in der Ukraine, Energiekrise, Inflation, Flüchtlingskrise.“ All dies immense Herausforderungen für die Kommunen und damit auch die Stadt Fröndenberg, aber „kein Grund zu Jammern oder schlechte Laune zu verbreiten“, unterstrich Müller.

Sie zählte wichtige Investitionen der jüngeren Vergangenheit auf. Fröndenberg habe viel Geld in die schulische Bildung gesteckt, zu nennen seien hier Investitionen in die Sonnenschule, die Gemeinschaftsgrundschule, die Overbergschule, die weitere Sanierung der Gesamtschule.

Die Aufwertung der Spielplätze sei bereits gut fortgeschritten und werde fortgesetzt, hohe Priorität genieße natürlich auch  die Feuerwehr – hier nannte Müller Erneuerungen der Technischen Ausstattung und den Neubau der Feuerwache Ost, erklärte mit Blick auf den Brandschutzbedarfsplan, dass ein riesiges Aufgabenpaket abzuarbeiten sei, was man miteinander und nicht politisch gegeneinander anpacken müsse.

Gerade auch im Rückblick auf die Hochwasserkatastrophe vom vorletzten Sommer unterstrich Müller:

„Wir haben erlebt, wie wichtig eine gut ausgestattete Feuerwehr ist.“ 

An die Adresse derer, die in diesen Zeiten zum finanziellen Maßhalten mahnen, sagte die Bürgermeisterin deutlich: Das, was eine Stadt heute nicht anpacke, werde morgen massiv teurer. Und gerade mit diesen Mehrkosten belaste man dann die künftigen Generationen, nicht mit dem Ausgeben von Geld jetzt für wichtige und zukunftsträchtige Projekte.

Sie werbe daher für die Devise, lud Sabina Müller ihre Genossen sowie die anderen Parteien im Rat ein:

„Heute handeln, ohne den Blick auf die Kosten zu verlieren.“

Als anstehende Projekte für dieses Jahr nannte Fröndenbergs Bürgermeisterin etwa

  • die Sanierung des Sportplatzes Frömern,
  • den nächsten Abschnitt der Innenstadtsanierung, 
  • die Sanierung der Ruhrstraße,
  • eine Radstellanlage am Bahnhof,
  • einen Architektenwettbewerb für den Karl-Wildschütz-Platz, um dort „Wohnraum für jedermann“ zu realisieren,
  • oder das Vorantreibens der Planungen für das Gewerbegebiet Schürenfeld im Westen der Stadt, um 2025 mit der Bebauung beginnen zu können.

Einen dringenden Appell richtete Müller unter lautem Beifall schließlich an Bund wie Land (die Genossen Kaczmarek und Ganzke nehmen es mit nach Berlin und Düsseldorf):  Die Kommunen bräuchten endlich eine bessere Finanzausstattung, um ihre Aufgaben für die Bürger noch gerecht werden zu können.

Die Bürgermeisterin eindringlich:

„Was ruft ihr denjenigen Menschen zu, die ihre Energierechnungen und ihre Lebensmittel nicht mehr bezahlen können? Wir werden unseren Wohlstand nicht halten können. Einige werden damit zurecht kommen – aber andere schaffen das schon jetzt kaum noch.“

 

Kommentare

WORDPRESS: 1
  • schmunzler vor 2 Jahren

    Die Kommunen im Kreis Unna haben inzwischen das Volumen von eintausend Millionen Euro an Krediten weit überschritten und halten sich nur noch auf Pump über Wasser. Die Frage ist: Kann sich eine Kommune dauerhaft nach Belieben auf Kredit ein schönes Leben machen, oder kommt irgendwann einmal dafür die dicke Rechnung? „Was wir heute nicht machen, wird morgen massiv teurer“ verstehe ich persönlich übersetzt als: „Lasst und das Geld raushauen, solange es noch Kredite gibt“. Ein Phänomen, welches man bei verschuldeten oft sieht. Zumindest gibt es neue Radwege. Dann kommen die hunderte Fröndenberger besser zur Tafel, um sich wöchentlich in der Innenstadt um die abgelaufenen Lebemsmittel zu drängeln. Neue Gewerbegebiete in einer Rezession, in der die Leerstände in bestehende Gewerbegebiete zunehmen? Die bestehenden Firmen, welche im Moment Arbeitsplätze sichern, in der Wirtschaftskrise unterstützen, anstatt Millionen in ein „Innovationszentrum“ Schürenfeld zu pumpen, halte ich für angebrachter. Im Grunde weiß auch eigendlich niemand, welche konkreten „Innovationen“ es sein sollen, welche dort dann die Karre für Fröndenberg aus den Dreck ziehen. Architektenwettbewerbe, Radstellenanlagen, Sportplätze und imaginäre Innovationszentren mögen nicht unwichtig sein, in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit haben sie meiner Ansicht nach aber nicht die höchste Priorität. Bestandsschutz und Kostenerleichterung für die Bürger als konkrete Hilfe vor Ort schon eher.