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Mit Tarifbindung meist Weihnachtsgeld – Nur noch jeder Dritte im Einzelhandel bekommt Tariflohn

Mit Tarifbindung meist Weihnachtsgeld – Nur noch jeder Dritte im Einzelhandel bekommt Tariflohn

Symbolfoto - AaH

Angesichts der aktuell hohen Preissteigerungsraten ist das Weihnachtsgeld f√ľr viele Besch√§ftigte in diesem Jahr besonders willkommen.

„Die Sonderzahlung kann vielen Besch√§ftigten helfen, die zus√§tzlichen Ausgaben abzufedern“, erkl√§rt das NRW-Arbeitsministerium.¬†„Doch l√§ngst nicht alle Besch√§ftigten erhalten Weihnachtsgeld.“ Wie eine aktuelle Auswertung des Arbeitsministeriums zeigt, ist das Weihnachtsgeld oft von Branche und Tarifbindung des Arbeitgebers abh√§ngig.

In den meisten Fällen wird das tarifliche Weihnachtsgeld, das in der Regel zum Ende des Jahres ausgezahlt wird, als fester Prozentsatz vom Monatsentgelt berechnet.

In den Branchen, in denen Lohnsteigerungen vereinbart wurden, werden damit auch die Weihnachtsgelder entsprechend angehoben.

In einigen Branchen wurden diese Prozents√§tze auch in j√ľngster Zeit noch einmal angehoben:

  • ¬†So ist beispielsweise das Weihnachtsgeld f√ľr Angestellte im Baugewerbe von 66 Prozent auf 72 Prozent des Monatseinkommens gestiegen.
  • Bei den Arzthelferinnen und Arzthelfern ist ein Anstieg von 65 auf 70 Prozent des Monatseinkommens vereinbart worden.
  • Nach wie vor kein Weihnachtsgeld gibt es im Fleischerhandwerk, im Konditorenhandwerk und im Erwerbsgartenbau.

Die Möglichkeit, Weihnachtsgeld zu erhalten, ist dabei in den verschiedenen Branchen unterschiedlich verteilt. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann:

‚ÄěWichtig ist vor allem die Frage, ob die Besch√§ftigten in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeiten oder nicht. Die Tarifbindung der Besch√§ftigten reicht von 34 Prozent im Einzelhandel bis zu 97 Prozent in der √∂ffentlichen Verwaltung.“

Während Beschäftigte in Betrieben mit Tarifvertrag in vielen Fällen Weihnachtsgeld bekommen, ist die Zahlung von Weihnachtsgeld in tariflosen Betrieben oft freiwillig. Sie kann widerrufen werden oder entfallen.

Minister Laumann:

‚ÄěDas Weihnachtsgeld verdeutlicht wieder einmal, dass Tarifbindung gerade in Zeiten des Fachkr√§ftemangels im Werben um Mitarbeiter und Auszubildende ein ganz wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist.‚Äú

Dennoch ist die Tarifbindung bundesweit r√ľckl√§ufig. Aktuell liegt sie bundesweit bei 51 Prozent, das hei√üt 51 Prozent der Besch√§ftigten arbeiten f√ľr tarifgebundene Unternehmen.¬†

NRW steht mit einer Tarifbindung von 57 Prozent an der Spitze von vier westdeutschen Bundesl√§ndern, die noch mit Abstand √ľber der 50-Prozent Marke liegen. Aber auch hierzulande sinkt die Zahl tarifgebundener Betriebe. So profitierten 2018 noch 60 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers.

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann beobachtet diese Entwicklung mit Sorge.

‚ÄěWir brauchen nicht weniger, sondern mehr Tarifbindung. Die meisten Rechte von¬† Arbeitnehmern stehen nicht in Gesetzb√ľchern, sondern sind in der sozialen Marktwirtschaft auf Augenh√∂he ausgehandelt zwischen Arbeitgeberverb√§nden und Gewerkschaften.

Es muss in der √Ėffentlichkeit wieder klar sein, dass kollektive Verhandlungen auf der Ebene der Tarifvertragsparteien einfach zur DNA unserer Sozialen Marktwirtschaft geh√∂ren und es nicht in Ordnung ist, wenn Unternehmen meinen, sie br√§uchten das alles nicht mehr.‚Äú

Die aktuelle Übersicht der Regelungen zum Weihnachtsgeld aus ausgewählten Branchentarifverträgen stellt das Arbeitsministerium unter www.tarifregister.nrw.de bereit.

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