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Doch keine spargekühlten Klassen: Dortmunds OB rückt vom 19 Grad-Plan ab

Doch keine spargekühlten Klassen: Dortmunds OB rückt vom 19 Grad-Plan ab

Klassenzimmer - Symbolbild, AaH

Alles wieder auf Start – bzw. auf 20 Grad.

Es bleibt bei einer Temperatur von 20 Grad in den Schulen der Stadt Dortmund. Die Absenkung auf 19 Grad zu Beginn der Heizperiode ab Montag, 17. Oktober, war schon angekündigt worden – jetzt hat sich der Krisenstab unter Leitung von Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) doch dagegen entschieden.

Der Grund: Er will nicht der einzige Stadtchef sein, der Energie ausgerechnet in den Schulen spart.

Denn eine NRW-weite Vorgabe gibt es dazu nicht. Das Schulministerium hat im Gegenteil die Schulen als schützenswerte Einrichtungen bezeichnet.

Vor dem Hintergrund bundesweiter Maßnahmen zum wirkungsvollen Einsparen von Energie hatte der OB dafür plädiert, die Temperatur analog zu den Regeln in öffentlichen Gebäuden auch in den Schulen auf 19 Grad zu reduzieren. Er wollte die Schulen sogar in den Fokus nehmen.

„OB Westphal hatte allerdings immer deutlich gemacht, dass er eine landesweite Regelung für sinnvoll und geboten hält. Dortmunds Anstrengungen der letzten Wochen, diese einheitliche Linie unter anderem über den Deutschen Städtetag und in Gesprächen mit dem Land NRW herbeizuführen, riefen allerdings keine Reaktion hervor.“

So heißt es in einer nicht begeistert klingenden Feststellung der Stadt dazu.

„Während in der dürftigen Energiesparverordnung des Bundes die Schulen ausgenommen werden, bleibt auch das Land NRW in dieser bedeutenden Frage untätig“,

bemängelt der Oberbürgermeister. „So können wir einen möglichen enormen Einspareffekt beim Heizen nicht erzielen, weil uns die rechtliche Grundlage für die Absenkung der Temperatur fehlt.“

Er rechnet vor:

Während die vom Bund vorgegebene Einschränkung bei der Beleuchtung öffentlicher Gebäude in Dortmund Einsparungen von rund 163.000 Kilowattstunden/Jahr/Strom nach sich zieht, wären es bei der Reduzierung der Temperatur in Schulgebäuden von 20 Grad auf 19 Grad in Dortmund rund 3,6 Gigawattstunden/ Jahr/Wärme. Eine Gigawattstunde bedeuten in der Umrechnung 1.000.000 Kilowattstunden.

Von einem Alleingang nur für Dortmunder Schulen schreckt der OB offenbar zurück, wohl auch, weil es einen Sturm der Entrüstung wegen dieses „Fokus auf den Schulen“ gegeben hatte. Die Landeselternschaft forderte gar schon – analog zum Hitzefrei – ein potenzielles „Kältefrei“ an den Schulen. 

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