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Mitten im Sommer steigt privater Gasverbrauch: Netzagentur überrascht und alarmiert

Mitten im Sommer steigt privater Gasverbrauch: Netzagentur überrascht und alarmiert

Symbolbild Heizen, Energie - c/o Rinke

Mitten im Sommer steigt der private Gasverbrauch – das sieht der Chef der Bundesnetz-Agentur überrascht und alarmiert.

Der Verbrauch der Industrie sei im August um 22 Prozent gefallen, unter anderem durch Umstellung auf andere Energieträger, „aber auch durch harte Produktionsstopps“.

„Die Industrie trägt bei, was wir von ihr erbeten haben.“ Wenn das so weitergehe, helfe es, noch schlimmere Schäden durch Zwangsreduktionen zu vermeiden.

Probleme sieht er jedoch beim Gasverbrauch privater Haushalte. Dort habe es in den vergangenen Tagen mehr Gasabflüsse gegeben, als er gehofft habe.

„Angesichts der warmen Temperatur und der extrem hohen Gaspreise hat mich das sehr verwundert. Das muss sich ändern.“

Müller vermutet, dass viele Heizungsanlagen noch nicht umgestellt wurden.

„Eigentümer, Mieter und Wohnungsgesellschaften haben die Heizungen immer noch so eingestellt wie im vergangenen Herbst. Ab einer bestimmten Temperatur springen dann die Heizungen morgens an. Das ist ein Warnsignal, da muss dringend etwas passieren.“ 

Ob im Winter überhaupt genug Gas für alle vorhanden sein wird, ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur offen. „Wir dürften erst über einen Gasmangel Bescheid wissen, wenn er nicht mehr aufzuhalten ist“, sagte Behördenchef Klaus Müller. Das private Heizverhalten spielt dabei eine entscheidende Rolle – und genau das bereitet ihm schon jetzt Bauchschmerzen.

Die Mehrwertsteuer auf Gas soll zur Entlastung der Bürger und Unternehmen auf 7 Prozent gesenkt werden. Das beschloss das Bundeskabinett am 14. 9. Demnach soll auf die Lieferung von Gas über das Erdgasnetz vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2024 nur sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen.

Quellen: WDR, RTL, Bundesnetzagentur

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