Nach einem tödlich geendeten Polizeieinsatz in Oer-Erkenschwick am Abend des 7. August (s. hierzu auch: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/42900/5291382) besteht der Verdacht der Nötigung gegen vier Polizeibeamtinnen und -beamte des Polizeipräsidiums Recklinghausen.
„Das haben die unverzüglich eingeleiteten und intensiven Ermittlungen der Polizei Dortmund ergeben“, teilten die Dortmunder Polizei und die Staatsanwaltschaft Bochum am Sonntag mit.
Bei dem Einsatz hatte ein 39-Jähriger in einer Wohnung randaliert und leistete anschließend massiven Widerstand gegen die eingesetzten Polizisten. Im Laufe des Einsatzes verlor der – nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen – unter starkem Drogeneinfluss stehende 39-Jährige das Bewusstsein.
Nach zunächst notärztlicher Versorgung und Reanimation am Einsatzort wurde er zur stationären Behandlung in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert. Dort verstarb er in der darauffolgenden Nacht.
„Bei der anschließenden Obduktion konnte eine konkrete Todesursache noch nicht festgestellt werden und bedarf weiterer Untersuchungen, die derzeit stattfinden“, berichtet die Staatsanwaltschaft.
Aus Neutralitätsgründen hat das Polizeipräsidium Dortmund das polizeiliche Ermittlungsverfahren unter Federführung der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum übernommen. Das Ermittlungsverfahren gegen die 8 eingesetzten Kräfte wird wegen Körperverletzung im Amt geführt.
Die Behörden teilen weiter mit:
„Am Einsatzort gab es zahlreiche Schaulustige, auch Anwohner filmten den Polizeieinsatz. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass eingesetzte Beamte Filmaufnahmen auf den Mobiltelefonen der Zeugen im unmittelbaren Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen eingesehen und zumindest in einem Fall auch gelöscht haben könnten.“
Die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum geht insoweit bezüglich 4 weiterer Einsatzkräfte von einem Anfangsverdacht für eine Nötigung aus.
Im Rahmen der Ermittlungen beauftragte das Polizeipräsidium Dortmund in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Bochum eine externe Firma mit der Sicherung und Wiederherstellung der möglicherweise gelöschten Videoaufnahmen.
Die bislang bereits gesicherten Filmaufnahmen, die der Polizei vorliegen, werden aktuell beim LKA NRW zur Auswertung aufbereitet. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei Dortmund sucht weiterhin Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Ermittlungsverfahren machen können. Hinweisgeber melden sich bitte bei der Dortmunder Kriminalwache unter Tel. 0231/132-7441.
Die Pressehoheit liegt bei der Staatsanwaltschaft Bochum, die über diese Pressemitteilung hinaus derzeit keine weiteren Informationen zum Sachstand geben kann.
Noch keine neuen Ermittlungsergebnisse gibt es im Fall des in Dortmund bei einem Polizeieinsatz erschossenen 16-jährigen Senegalesen.
Quelle: Polizei DO/Staatsanwaltschaft Bochum
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