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Unfallträchtigkeit: Stadt Fröndenberg beantragt Tempo 30 auf Ostbürener Straße

Unfallträchtigkeit: Stadt Fröndenberg beantragt Tempo 30 auf Ostbürener Straße

Frisch geglättet, kurvig, ohne Fahrbahnmarkierung bis auf einige Meter in der Steilkurve weiter oben: Dieses Zufallsfoto vom Tag nach dem zweiten schweren Unfall - direkt an der Unfallstelle aufgenommen - illustriert perfekt die Problematik. Neben überhöhtem Tempo ignorieren zu viele Autofahrer das Rechtsfahrgebot. (Foto c/o Rinke)

Der zweite schwere Unfall in weniger als 5 Monaten, der diese Woche einen Schwerverletzten forderte, hat die Stadt Fröndenberg in ihrem Eindruck nur noch bestärkt:

Die Ostbürener Straße auf dem innerörtlichen Abschnitt zwischen Eulenstraße und Schwarzem Weg ist aufgrund ihrer Enge und Kurvigkeit äußerst gefährlich.  Das war sie schon als frühere Schlaglochpiste vor ihrer Sanierung im vergangenen Jahr und ist es jetzt nicht minder, da über den geglätteten Asphalt tendenziell schneller gefahren wird als zuvor.

Tendenziell viel schneller, beschwerten sich nicht erst einmal Anwohner der Straße. Und das alles bei fehlenden Fahrbahnmarkierungen.

Hier in Höhe der Hausnummer 31 passierte am 16. August der zweite schwere Unfall in diesem Bereich binnen 5 Monaten. (Foto Rinke)

Die Stadt hat nunmehr reagiert und bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna offiziell eine Temporeduzierung  beantragt:

Statt 50 nur noch 30 km/h auf der gesamten Länge der Ostbürener Straße zwischen der Abzweigung Eulenstraße und dem Ortsausgangs/-eingangsschild Höhe Golfplatz. 

„Das ist unsere Maximalforderung“, konkretisierte Stadtsprecherin Ulrike Linnenkamp auf Nachfrage gegenüber unserer Redaktion. So könnte z. B. auch nur ein Teil der Strecke temporeduziert werden statt der gesamten ca. 2 Kilometer. Oder: Es würde eine Fahrbahnmarkierung aufgetragen, was bisher nur in der steilsten Kurve geschehen ist.

Entscheiden kann die Stadt Fröndenberg das selbst nicht,  obwohl es sich bei der Ostbürener Straße um einen kommunale Straße handelt. Denn zuständig für Geschwindigkeitsreduzierung ist die Straßenverkehrsbehörde im Unnaer Kreishaus. Und diese meldet Bedenken an, da, so Linnenkamp, die Ostbürener Straße

„… eine hohe Bedeutung für den überörtlichen Verkehr“ habe. Sie ist im Flächennutzungsplan als „überörtliche Hauptverkehrsstraße“ ausgewiesen, was ein Limit auf Tempo 30 möglicherweise ausschließt.

Deshalb sind sich Ruhrstadt und Kreis jetzt uneins.

Linnenkamp: „Die Straßenverkehrsbehörde hat den Antrag der Stadt in schriftlicher Form bekommen und wird jetzt darüber zu entscheiden haben.“ Der Bau- und Verkehrsausschuss werde in seiner Sitzung im Oktober die Entscheidung vorliegen haben. 

Die Fröndenberger Politik steht hinter dem Vorhaben der Verwaltung, zumal die Ostbürener Straße nach ihrer Sanierung ein Unfallschwerpunkt zu werden droht.

Am 31. März prallten in Höhe der Hausnummer 29 zwei Autofahrerinnen im  Begegnungsverkehr zusammen, am Dienstag dieser Woche, 16. August, kam es fast an derselben Stelle (Höhe Hausnummer 31) zur Kollision zweier junger Autofahrer – eines 22-jährigen Dortmunders in einem Transporter und eines 17-jährigen Fröndenbergers in einem 45-km/h-Auto. Beide behaupten, dass jeweils der andere auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Das wird ermittelt, der 17-Jährige erlitt bei dem Aufprall jedenfalls schwere Verletzungen.

Wir berichteten HIER.

Anwohner haben schon mehrfach auf die schwierige Verkehrssituation aufmerksam gemacht.  Seit der Straßensanierung, berichteten uns eine Anwohnerin,

„haben wir uns mehrfach an das Ordnungsamt (Verkehrssicherheit) gewandt und zusätzlich auch an die Polizei in Unna. Weitere Anwohner haben sich direkt an die Stadt Fröndenberg gewandt, bislang ohne Erfolg.

Die Straße hat keine Fahrbahnmarkierungen, ist sehr kurvenreich und schlecht einsehbar und dennoch fahren viele deutlich zu schnell. Die beiden genannten Unfälle fanden befinden sich auf dem täglichen Schulweg vieler Kinder. Es grenzt an ein Wunder, dass diese noch nicht verletzt wurden, zumal der Bürgersteig in einer schlecht einsehbaren Kurve endet und die Kinder gezwungen sind, die Straßenseite dort zu wechseln.

Ich hoffe, dass sich jetzt bald dort etwas ändert, bevor es zu noch schlimmeren Unfällen kommt. Ich war gestern als Anwohnerin als eine der ersten Helferinnen vor Ort. Der 17- jährige wurde erheblich verletzt und ich bin fassungslos, dass so etwas passieren musste.“

 

 

 

 

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