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Energiekrise: Dortmund senkt Temperaturen in Sporthallen, Bädern und Verwaltung – Weihnachtsmarkt soll stattfinden

Energiekrise: Dortmund senkt Temperaturen in Sporthallen, Bädern und Verwaltung – Weihnachtsmarkt soll stattfinden

Symbolbild Heizen, Energie - c/o Rinke

Viele Städte und Kommunen formulieren aktuell Sparmaßnahmen, um ihre Energiehaushalte zu entlasten. Auch die Stadtverwaltung Dortmund hat für den kommenden Herbst Pläne in der Tasche, um zu sparen – denn „die Situation im Energiebereich spitzt sich zu“, sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Am Dienstag, 9. August, äußerte er sich auf der ersten Pressekonferenz der Stadtspitze nach der Sommerpause. „Wir diskutieren aktuell akut darüber, was wir als Stadt unternehmen können, wenn es Richtung Herbst/Winter an Gas mangelt. Bereits vor der Sommerpause haben wir die Situation geprüft und erste Ideen formuliert.“

Kleine Temperatursenkung hat großes Potenzial

Geplant ist eine Temperaturabsenkung in den öffentlichen Gebäuden zum Start der Heizperiode im Oktober von 20 auf 19 Grad Celsius. Auch das Herabsenken in anderen öffentlichen Gebäuden weist ein Sparpotenzial auf:

„Derzeit steht auch zur Debatte, die Temperatur in den Sporthallen stärker zu senken. Immerhin geht es in diesen Hallen um Bewegung und ums Schwitzen.“

Gleiches gelte für die städtischen Hallenbäder, sagte Westphal, auch hier könne die Temperatur ebenfalls ein wenig nach unten gehen. Zu welchem Datum die Temperaturen in den Sportgebäuden gesenkt werden sollen, steht derzeit noch aus. „Der geringe Unterschied erscheint vielleicht beim ersten Hören nicht groß – tatsächlich besteht bereits hierdurch ein Spareffekt“, so der OB.

Baudezernent Arnulf Rybicki ergänzte:

„Wir gehen bei einer Absenkung von etwa 1 Grad Celsius von einem Einsparpotenzial von sechs Prozent aus. Wenn wir die Bäder einrechnen, liegt das Potenzial bei 12 Prozent. Jeder Beitrag zählt.“

Stromsparen kann ebenfalls helfen

Ein geringer Anteil des Dortmunder Stroms entsteht durch die Gasproduktion – insofern ist es nicht verkehrt, dass die Stadt nicht nur ihre Gas-, sondern auch Stromspeicher schont. Allerdings, so betonte Westphal, sei der Stromhaushalt der Stadt solide. Ängste vor einem Strommangel seien unbegründet.

Trotzdem sollen auch Kilowattstunden in Dortmund gespart werden. „Glücklicherweise hat die Stadt eines der modernsten Straßenbeleuchtungssysteme der Welt – das heißt, dass wir die Beleuchtung individuell steuern, abstellen und so viel Strom sparen“, führte OB Westphal an.

Dass es in Dortmund bald düster wird, habe niemand zu befürchten. Und auch an Weihnachten werde die Stadt sicherlich erleuchten.

„Aktuell wird der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt stattfinden, inklusive Tannenbaum auf dem Friedensplatz.“

Wie sich die höheren Energiekosten auf den Markt auswirken würden, sei noch zu erörtern.

Es bleibt hell in Dortmund

Für die kommende kalte Jahreszeit gab der Oberbürgermeister eine Entwarnung. Zugleich warnte er vor der Zukunft: „Dieses Jahr werden wir hinbekommen – kritischer könnte es die nächsten Winter werden. Die Entwicklung sieht so aus, dass Gas immer teurer wird. Bereits jetzt kaufen Kommunen Gas zu horrenden Preisen, doch das kann nicht mehr lange so weitergehen.“

Westphal kündigte eine Diskussion beim Deutschen Städtetag an und brachte einen sogenannten Gassicherungsfonds ins Spiel. Hiermit könnten die Preise für private Kund*innen gedeckelt werden. „Die Umlage darf nicht zu 100 Prozent von Privathaushalten getragen werden. Es ist wünschenswert, dass Bürger*innen in Zukunft eine finanzielle Entlastung erfahren.“

Kommentare

WORDPRESS: 2
  • Martin vor 2 Monaten

    Und was ist mit Kaffeemaschinen, wasserkochern und Durchlauferhitzer in Verwaltung, Schulen usw. Gerade diese Teil Laugen teilweise volle 9 Stunden und verbrauchen pro Gerät wie vielbstrom

    • Oh, der Martin lebt nicht, trinkt nicht, isst nicht. Vermutlich hat er auch keine Arbeit und erzählt allen, dass die Typen in der Verwaltung von „seinen Steuern“ leben. Guter Kommentar und mal wieder höchst amüsant…