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Drei Monate einrichtungsbezogene Impfpflicht: Bisher kaum Arbeitsverbote

Drei Monate einrichtungsbezogene Impfpflicht: Bisher kaum Arbeitsverbote

Impfung - Symbolbild, Quelle Ausblick am Hellweg

Seit rund drei Monaten gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Arbeitsverbote durch die Landkreise in NRW sind bisher kaum ausgeprochen worden, teilt das Landesgesundheitsministerium mit.

Bis Mitte April waren demnach knapp 20.000 ungeimpfte Beschäftigte in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen NRW-weit gemeldet.

Die kommunalen Gesundheits√§mter in den Verwaltungen der Kreise und kreisfreien St√§dte m√ľssen daher seit Wochen¬†tausende Einzelf√§lle √ľberpr√ľfen.¬† In allen abgefragten St√§dten ‚Äď darunter M√ľnster, Dortmund und D√ľsseldorf ‚Äď laufen aktuell aber zum Teil noch hunderte Verfahren.

‚ÄěIn keiner der abgefragten Kommunen ist bislang ein Arbeitsverbot gegen einen ungeimpften Mitarbeiter verh√§ngt worden, Bu√ügelder nur in Einzelf√§llen bei Meldeverst√∂√üen.‚Äú

Jedoch sei ein Effekt der einrichtungsbezogenen Impfpflicht sp√ľrbar: Viele Besch√§ftigte h√§tten sich im Nachhinein noch impfen lassen. In D√ľsseldorf seien es von ca. 2.900 Ungeimpften im M√§rz jetzt fast 2.000, die sich noch h√§tten impfen lassen oder einen Genesenen- oder anderen √§rztlichen Nachweis vorgelegt h√§tten.

¬†In den meisten Kommunen laufen derzeit Anh√∂rungen der Einrichtungen und betroffenen Mitarbeiter. Wenn diese ‚Äěunverzichtbar‚Äú sind, sollen sie trotzdem weiterarbeiten d√ľrfen. Die Geesundheits√§mter m√ľssen dann eine Abw√§gung treffen: Denn es sollen nicht Personalengp√§sse die Versorgung der Patienten gef√§hrden.

Dierk Sutter, Gesch√§ftsf√ľhrer des Lazarus Hilfswerks (7 Heime mit 400 Mitarbeitern), h√§tte sich eher eine allgemeine Impfpflicht gew√ľnscht: So zitiert ihn der WDR:

‚ÄěDie derzeitige Impfpflicht gilt ja nur f√ľr die Besch√§ftigten, nicht aber f√ľr die Heimbewohner. Und der ungeimpfte Teil erh√∂ht nat√ľrlich auch das Infektionsrisiko, das m√ľsste so nicht sein.‚Äú

Widerspruchs- und Klageverfahren können sich nach Einschätzungen der Gesundheitsämter noch längere Zeit hinziehen.

Kommentare

WORDPRESS: 1
  • schmunzler vor 6 Monaten

    Arbeitsverbote durch die Landkreise in NRW sind lt. Landesgesundheitsministerium bisher kaum ausgeprochen worden, allerdings sind mir alleine in Unna mehrere F√§lle bekannt, bei denen die Klinikleitung langj√§hrige verdiente ungeimpfte Fachkr√§fte einfach ohne Angaben von Gr√ľnden gek√ľndigt hat. Man nimmt dort anscheinend Abfindungszahlungen bei Arbeitsgerichtsprozessen in Kauf. Weitere Fachkr√§fte haben von sich aus wegen dem t√§glichen Druck diesen Beruf verlassen. Selbst wenn die Gesundheits√§mter einen nicht pl√∂tzlich aus dem geliebten Beruf entfernen, aufgrund des Einstellungsverbotes f√ľr ungeimpfte hat man beruflich keine freie Arbeitgeberwahl mehr. Man ist existenziell nur noch von seinem alten Vertrag und der Laune des jeweiligen Landkreises oder Arbeitgebers abh√§ngig. Die Unikliniken in NRW streiken bereits seit fast √ľber 6 Wochen wegen unzumutbaren Arbeitsbedingungen mit eingeschr√§nktem Betrieb und verschobenen Behandlungen. Der versch√§rfte Mitarbeitermangel treibt auch geimpfte Arbeitnehmer aus diesen Berufen. Schon vor den Coronama√ünahmen hat sich der massive Fachkr√§ftemangel negativ auf die Behandlung von Patienten ausgewirkt. Dies wird nun weiter versch√§rft. Die Auswirkungen dieser Entwicklung kann jeder B√ľrger eines Tages zu sp√ľren bekommen, wenn er sich aufgrund einer Erkrankung behandeln lassen mu√ü oder zum Pflegefall wird! Die vollkommen unwissenschaftliche Aussage „Und der ungeimpfte Teil erh√∂ht nat√ľrlich auch das Infektionsrisiko, das m√ľsste so nicht sein.‚Äú ist inzwischen selbst vom RKI und den Leitmedien widerlegt. Jeder wei√ü, da√ü geimpfte Mitarbeiter den Virus genauso weiter tragen wie ungeimpfte. Selbst geimpfte m√ľssen weiterhin Maske tragen und haben inzwischen einen h√∂heren Anteil bei den Coronapatienten als ungeimpfte. Laut RKI ist die Wirksamkeit der Impfung bereits nach wenigen Monaten massiv gesunken. Ein Mitarbeiter mit 2 Impfungen Anfang 2021 hat nach so langer Zeit nicht mehr Selbstschutz als ein ungeimpfter Mitarbeiter. Schon gar nicht bei ver√§nderten Virusvarianten. W√§hrend bei uns die Pflege durch Lohneinsparungen kaputtgespart wird, werben reiche Nachbarl√§nder wie die Schweiz ungeimpfte erfahrene Fachkr√§fte mit hohen Gehaltsangeboten aus Deutschland ab. Es schmerzt mich, wenn ich tolle Menschen und Freunde, die sich seit jahrzehnten nicht nur wegen dem Geld in den Pflegeberufen und im medizinischem Bereich aufgeopfert haben, nun ins Ausland verabschieden mu√ü.