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Allzeithoch an Zapfsäulen: Datenanalyse zeigt, wie viele freiwillig spritsparender fahren

Allzeithoch an Zapfsäulen: Datenanalyse zeigt, wie viele freiwillig spritsparender fahren

30 Liter getankt - knapp 60 Euro werden fällig. (Foto Rinke)

Der Tankrabatt ist verpufft, Benzin und Diesel sind praktisch genau so teuer wie vor der Steuersenkung vor knapp zwei Wochen. Ziehen Autofahrer in NRW daraus ihre Konsequenzen und fahren spritsparender?

Der WDR hat mit einer entsprechenden Datenanalyse den Navi-Gerätehersteller TomTom beauftragt. Das Ergebnis ernüchtert diejenigen, die auf freiwilliges Tempolimit setzen.

Die Analyse wertet das Fahrverhalten von rund 4 Millionen Autofahrern aus, die im Mai auf ca. 4000 Autobahnkilometern in Nordrhein-Westfalen unterwegs waren.

Demnach liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Autobahnen im Land derzeit bei 99 km/h – und im Februar, vor der großen Spritpreiserhöhung, bei 101 km/h.

Das manchen überraschend niedrig erscheinende Durchschnittstempo ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass, so der Datenanalyst von TomTom,

„…  die Baumaßnahmen zugenommen haben in den Sommermonaten. Ansonsten sehen wir keine signifikante Veränderung beim Fahrverhalten.“

15 Prozent der Autofahrer in NRW fahren 130 bis 150 km/h – unverändert auch nach der Spritpreiserhöhung. Laut dem Autoclub ADAC (Niederlassung Nordrhein) schlummere hier ein riesiges Potzenzial, Treibstoff zu sparen und damit die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen etwa aus Russland zu senken. Je nach Automodell und Fahrweise seien ca. 20 Prozent Einsparung möglich.

Das Institut für Wirtschaftsforschung hat errechnet:

Bei einem generellen Tempolimit von 100 auf Autobahnen könnte der Kraftstoffverbrauch um über 3 Milliarden Liter gesenkt werden. Das würde gleichzeitig über 9 Millionen Tonnen CO2 einsparen.“

Über hohe Benzinpreise schimpfen und trotzdem unverändert schnell fahren – wieso?

Das laut WDR paradoxe Verhalten deutscher Autofahrer begründet sich, so zitiert der Sender eine Umfrage an einer Autobahnraststätte, durch

  • Zeitdruck wegen voller Terminkalender
  • Gruppendruck durch andere schnell fahrende Autofahrer
  • oder einen Arbeitgeber, der die Tankkosten bezahlt.

Michael Haeser,  Verkehrspsychologe, erklärt, was zügiges Fahren mit den Menschen macht:

„Je schneller ich fahre, desto mehr stößt der Körper Adrenalin aus. Gleichzeitig werden Endorphine ausgeschüttet, die unglaublich Spaß machen.“

Und weil es hier um Emotionen gehe und nicht um rationale Entscheidungen, seien Appelle an die Vernunft meist sinnlos.

„Darum fordern bei der Umfrage auf dem Rastplatz selbst Autofahrer, der Staat müsse endlich handeln“, schließt der WDR seinen Bericht:

„Ein Tempolimit solle das richten, was Autofahrer allein nicht hinbekommen.“

Kommentare

WORDPRESS: 1
  • schmunzler vor 3 Monaten

    Warum hat in einer Demokratie der linksradikale Regierungssender WDR darüber zu urteilen, ob der Bürger 99 km/h. 102 km/h oder 150 km/h fährt ???
    Wenn unsere Regierung beschließt, seinen Bürgern die Grundversorgung an Energie zu kappen, sollte der WDR dies eigendlich journalistisch anstatt idiologisch begleiten. Egal wie hoch der Spritpreis ist, für meine Nachbarschaft mit ihren Oldtimersammlungen und ihren Maybachs ist dar Spritpreis finanziell ziemlich unwesentlich. Für die Politiker mit ihren schweren Dienstlimousinen auf Steuerzahlerkosten und den entsprechenden Gehältern ebenfalls. Untergehen an dieser Idiologie wird eher der einfache Arbeiter oder Angestellte. Sprit ist nicht teuer, die Steuerlast darauf ist in Deutschland nur extrem hoch.