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Energiepreise in DO schnellen hoch: Monatlich bis zu 75 € mehr für Strom und Gas

Energiepreise in DO schnellen hoch: Monatlich bis zu 75 € mehr für Strom und Gas

Symbolbild Heizen, Energie - c/o Rinke

Bis zu 55 Euro mehr fürs Gas und 20 Euro mehr für Strom – nicht im Jahr, sondern jeden Monat. Die ersten lokalen Versorger geben die gefürchteten Preisexplosionen bekannt. 
In Dortmund schnellen zum 1. August 2022 die Energiepreise in die Höhe. Das gab die Stadt heute mit Bedauern bekannt: Die angespannte Lage bei der Energie- und Wasserversorgung lasse der DEW21 keine Wahl.
„Bereits seit Monaten befinden sich die Beschaffungspreise für Energie auf einem historisch hohen Niveau: Für Erdgas haben sich die Börsenpreise 2021 in der Spitze um 600 Prozent erhöht, für Strom haben sie sich innerhalb weniger Monate vervierfacht und bei der kurzfristigen Energiebeschaffung sind die Preise aktuell mehr als zehnmal so hoch wie im vergangenen Jahr. Alle bisher bekannten Markt- und Preismechanismen scheinen außer Kraft gesetzt und eine Entspannung der Lage ist auch weiterhin nicht in Sicht.“

Vor diese Hintergrund könne auch die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) eine Preisanpassung für ihre Kunden nicht vermeiden.

Neu- und Bestandskunden zusammenführen

In der Pressemitteilung heißt es erläuternd:

„DEW21 beschafft den Großteil ihrer Energiemengen langfristig und damit zu stabilen Preisen. Als Grund- und Ersatzversorger musste DEW21 aber in der Vergangenheit eine große Zahl an Neukunden auffangen, deren Energieversorger die Belieferung kurzfristig eingestellt haben. Daher war DEW21 gezwungen, die Energiemengen für diese Kund*innen kurzfristig und zu enorm hohen Marktpreisen einzukaufen.

Um ihre Bestandskunden zu schützen und die wirtschaftlichen Risiken einzugrenzen, hatte DEW21 einen gesonderten Grundversorgungstarif für Neukunden eingeführt.

Da sich die gesetzlichen Vorgaben ändern, soll es zukünftig jedoch ein einheitliches Preisniveau für Neu- und Bestandskunden in der Grundversorgung geben. DEW21 wird daher zum 1. August 2022 die Grundversorgungstarife für Neu- und Bestandskund*innen wieder zusammenführen, was in Kombination mit den enorm gestiegenen Beschaffungspreisen eine Preisanpassung unumgänglich macht.

Bisher war das Dortmunder Unternehmen durch seine langfristige Beschaffungsstrategie in der Lage gewesen, die Preise für ihre Bestandskunden größtenteils stabil zu halten. Durch die geänderten Rahmenbedingungen ändert sich dies jetzt.

Strom: Mehrkosten für Bestandskunden

Ab dem 1. August kostet eine Kilowattstunde Strom in der Grundversorgung 39,827 ct/kWh brutto. Der Grundpreis erhöht sich auf 166,80 Euro brutto.

Dadurch ergeben sich für Bestandskunden monatliche Mehrkosten von 18,59 Euro brutto (für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 2.500 kWh pro Jahr). Für Kunden, die zwischen dem 10. und 21. Dezember 2021 in die Grundversorgung bei DEW21 gekommen sind, erhöhen sich die Preise um 3,2 Prozent, was monatlichen Mehrkosten von 3,01 Euro entspricht.

Kunden, die seit dem 22. Dezember 2021 von DEW21 in der Grundversorgung mit Strom beliefert werden, profitieren davon, dass ihre Tarife mit dem deutlich günstigeren Grundversorgungstarif für Bestandskund*innen zusammengeführt werden. Für sie ergeben sich abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsabschluss Preissenkungen zwischen 4,3 und 22,4 Prozent, was einer monatlichen Ersparnis von 4,33 bzw. 27,87 Euro entspricht. Die auf Bundesebene zum 1. Juli beschlossene Absenkung der EEG-Umlage bei den Strompreisen von zuletzt 4,42 ct/kWh brutto auf 0 ct/kWh hat nur einen geringen Einfluss auf die Preisanpassung und reicht nicht aus, um die gestiegenen Beschaffungspreise zu kompensieren.

Gaspreise erhöhen sich

In der Erdgasgrundversorgung erhöht sich der Arbeitspreis zum 1. August 2022 auf 14,829 ct/kWh brutto. Der Grundpreis bleibt hier stabil.

Für Bestandskunden von DEW21 ergeben sich so monatliche Mehrkosten in Höhe von 55,83 Euro (Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh). Für Kunden, die zwischen dem 1. November 2021 und dem 14. März 2022 zu DEW21 in die Erdgasgrundversorgung gekommen sind, ergeben sich abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses Mehrkosten zwischen 3,7 und 12,3 Prozent (5,84 bzw. 18,10 Euro).

Kunden, die seit dem 15. März 2022 bei DEW21 sind, profitieren von der Harmonisierung der Grundversorgungstarife und sparen zukünftig monatlich 49,17 Euro (22,9 Prozent). Auch für Bestandskunden in älteren Tarifen, die mittlerweile von DEW21 nicht mehr angeboten werden, müssen vor dem Hintergrund der enorm gestiegenen Beschaffungspreise die Preise angepasst werden. Je nach Tarif bedeutet dies für einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh eine monatliche Mehrbelastung zwischen 8,82 Euro und 55,82 Euro.

Abschlagsanpassung erfolgt automatisch

DEW21 wird zum 1. August auch für ihre Gewerbekunden in der Grundversorgung die Strom- und Erdgaspreise entsprechend zu den Privatkunden anpassen. Da die Verbräuche in diesem Segment sehr individuell sind, gibt es hier keinen vergleichbaren Musterfall.

Bei allen Kunden, die von der Preisanpassung zum 1. August betroffen sind, wird DEW21 die monatlichen Abschläge automatisch anpassen, um Nachzahlungen in der Jahresrechnung vorzubeugen.

Über den neuen Abschlagsplan werden die Kunden schriftlich informiert. Darüber hinaus können die Kunden ihre monatlichen Abschläge auch selbst anpassen. Dies kann schnell und einfach im Online-Kundenbereich oder persönlich in den DEW21-Servicestellen gemacht werden. Bei den Servicestellen können sich Kunden auch jederzeit wenden, wenn es Rückfragen gibt oder Informationen zu alternativen Tarifmöglichkeiten benötigt werden.“

Quelle Stadt Dortmund

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