Ein Überangebot an preiswerten importierten Früchten drückt die Preise, zugleich steigt der Kostendruck bei den heimischen Landwirten. Die Folge: Landwirte in NRW pflügen pflückfrische, leuchtend rote köstliche Erdbeeren kurzerhand auf ihren Feldern unter.
So ein Coesfelder Obstbauer, der sich am Dienstagnachmittag (31. 5.) im WDR gegen einen Proteststurm in den sozialen Medien verteidigte. Er und andere Erdbeer-Landwirte würden ihre Früchte schlicht und einfach nicht mehr los.
Laut der Landwirtschaftskammer NRW lohnt sich tatsächlich für viele Bauern die mühevolle und zeitaufwendige Ernte nicht. Die Kosten seien zu hoch, die Preise zu niedrig, da es in diesem Jahr ein Überangebot an Erdbeeren gibt.
Der Verbraucher wiederum, geplagt von der galoppierenden Inflation und den hohen Energiepreisen, greift – nachvollziehbar – zu möglichst billigen Früchten oder verzichtet auf den „Luxus Erdbeeren“ ganz.
Mit der preiswerten importierten Ware, die der Handel anbietet, können die heimischen Landwirte ohnehin nicht mithalten, da sie selbst unter den immens gestiegenen Dieselkosten für ihre Landwirtschaftsmaschinen leiden. Der vom WDR interviewte Erdbeerbauer aus Coesfeld nannte zudem klar die hohen Lohnkosten in Deutschland als K.O.-Kriterium: Er müsse seinen Pflückern Mindestlohn zahlen, welcher im kommenden Jahr zudem auf 12 Euro steigen werde.
All dies zusammen lohnt den Anbau und den Verkauf regionaler Erdbeeren kaum noch – und der Trend zum Selbstpflücken, was der Coesfelder Erdbeerbauer sogar kostenlos angeboten hatte, sei auf dem Rückzug. Es gebe dafür kaum Interessenten.
Ergo pflügte der Landwirt wie manch andere in NRW sein Feld mit den ganzen herrlichen Erdbeeren unter und baut dort nun Mais an. Im WDR-Radio bekannte er:
„Man könnte weinen – das ist die Arbeit eines Jahres oder sogar mehrerer Jahre. Wenn man das dann kaputtmacht, ohne den Nutzen zu haben, ist das schon sehr ärgerlich.“

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