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Kreis-Netzwerk „Wegen der Ehre“ befürchtet mehr Zwangverheiratungen und Frühehen

Kreis-Netzwerk „Wegen der Ehre“ befürchtet mehr Zwangverheiratungen und Frühehen

Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten mit Sevgi Kahraman-Brust. - Foto: Stadt Bergkamen

„Aktuell befürchten wir einen Anstieg von Frühehen und Zwangsverheiratungen wegen der Corona-Pandemie. So werden nach Recherchen von Terrre des Femmes immer noch die Ferien und Urlaubszeiten in den Heimatländern genutzt, um minderjährige Töchter gegen ihren Willen zu verheiraten.“

Sevgi Kahraman-Brust, engagiert in der Mädchen- und Frauenpolitik beim Kommunalen Integrationszentrum im Kreis Unna (KI), setzt bei Zwangsheirat und Gewalt in der Familie mehr denn je auf Prävention. Gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Unna plante die Koordinatorin des Netzwerks „Wegen der Ehre“ die zukünftige inhaltliche Arbeit und gemeinsame Veranstaltungen.

Die Gleichstellungsbeauftragten bekräftigten während ihres Treffens im Bergkamener Rathaus ihr großes Interesse an der Zusammenarbeit mit der Netzwerkkoordinatorin. Das Netzwerk setzt sich aktiv für Selbstbestimmung und gegen Zwangsheirat und Gewalt in der Familie ein.

„Gewalt gegen junge Mädchen und Frauen darf nicht verschwiegen werden. Und allen Mädchen und Frauen muss das Menschenrecht auf freie Partnerwahl zu teil werden.“

  • Martina Bierkämper, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergkamen

Eine gezielte Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit sei wichtig: „Schule ist für Mädchen und junge Frauen häufig der einzige Ort, wo sie von Lehrkräften und Schulsozialarbeitern in einer Notsituation angesprochen werden können und diese um Hilfe bitten können. Und deshalb benötigen sie Kompetenzen und eine professionelle Herangehensweise“, appellierte Sevgi Kahraman-Brust.

„Umso wichtiger ist es, dass Präventionsarbeit an Schulen geleistet und über das Thema und Hilfsmöglichkeiten, insbesondere direkt vor den Sommerferien, gesprochen wird.“

Das KI ist seit 2007 Koordinierungsstelle des Netzwerks „Wegen der Ehre. Auch die Bergkamener Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper ist im Netzwerk engagiert.

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