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Belgien will Atomausstieg um 10 Jahre verschieben – Entsetzen in grenznahen NRW-Regionen

Belgien will Atomausstieg um 10 Jahre verschieben – Entsetzen in grenznahen NRW-Regionen

K├╝hlt├╝rme eines AKW - Foto Pixabay

W├Ąhrend Unternehmen in NRW und in unserer Region die Sorge um Energieknappheit umtreibt (wir berichteten gestern ├╝ber einen Vorsto├č der IHK zu Dortmund f├╝r l├Ąngere Laufzeiten von Kohlekraftwerken), sorgt das kleine Nachbarland am Samstag (19. 3.) f├╝r Entsetzen in grenznahen NRW-Regionen und bei der Politik.

Belgien will seinen Atomausstieg verschieben – und zwar gleich um 10 Jahre. Bedingung: Die Betreiber m├╝ssen es umsetzen k├Ânnen.

Die belgischen Kernkraftwerke liegen nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Bisher liefert Atomkraft noch 40 Prozent der Energie f├╝r Belgien. Eigentlich war die Regierung entschlossen, bis 2025 komplett von Atomenergie auf Gaskraftwerke umzusteigen.

Doch die Gaspreise sind bekanntlich explodiert, Russland k├Ânnte als Lieferant komplett ausfallen. Daher sagte Staatschef De Croo: Gas statt Atom sei jetzt keine Alternative mehr.

Die Laufzeitverl├Ąngerung betr├Ąfe den Reaktorblock Doel 4 bei Antwerpen und Tihange 3 bei L├╝ttich.

Das NRW-Wirtschafts- und Energieministerium ├Ąu├čerte sich in einer Mitteilung wie folgt:

Im Interesse der B├╝rgerinnen und B├╝rger der EU m├╝ssen nat├╝rlich die Sicherheitsanforderungen und damit auch die Belange der europ├Ąischen Nachbarn ber├╝cksichtigt werden.“┬áNRW werde auf eine „umfassende grenz├╝berschreitende Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung und strenge Ma├čst├Ąbe bei der umfassenden Sicherheits├╝berpr├╝fung dr├Ąngen„, hie├č es weiter.

Belgische AKW waren bereits in der Vergangenheit mehrfach wegen M├Ąngeln in den Schlagzeilen. Sowohl der Bund als auch die grenznahe Stadt Aachen forderten wiederholt, die alten Reaktoren stillzulegen. 2020 waren mehrere Kommunen aus dem Raum Aachen vor ein Gericht in Br├╝ssel gezogen; die Klage scheiterte.

Das Aachener Aktionsb├╝ndnis gegen Atomenergie nannte den Plan der Belgier einen absurden und katastrophalen R├╝ckfall in die Energiepolitik der 60er Jahre. Jetzt m├╝ssten die Menschen in Deutschland und speziell im Grenzgebiet zu NRW weitere Jahre in Angst leben.

Oliver Krischer (B90/Die Gr├╝nen), Parlamentarischer Staatssekret├Ąr im Bundeswirtschaftsministerium, ├Ąu├čerte sich am Samstag im WDR ├Ąhnlich:

Die akute momentane Energiekrise sei „absolut keine Begr├╝ndung“ f├╝r eine Laufzeitverl├Ąngerung. Vermutlich habe sich einfach die Atomlobby im Nachbarland durchgesetzt.

F├╝r Deutschlands Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck (Gr├╝ne) ist eine Laufzeitverl├Ąngerung der AKW keine Option.

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