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Dortmunds Inzidenz rast auf 2000 zu – Klinikpersonal wird knapp – 53 % der Infizierten ohne Symptome – 8 Schulen geschlossen

Dortmunds Inzidenz rast auf 2000 zu – Klinikpersonal wird knapp – 53 % der Infizierten ohne Symptome – 8 Schulen geschlossen

Foto: Redaktion AaH

Das Infektionsgeschehen in Dortmund ist im vollen Gange. Die Stadt meldet eine Inzidenz von 1.923,4 und hat damit einen Spitzenwert in Nordrhein-Westfalen erreicht.

Die Stadt Dortmund kennt bei der Corona-Infektionslage weiter nur den Weg nach oben. Das berichtet der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Frank Renken.

Trotz der hohen Zahlen und des knappen Personals bilde die Stadt Dortmund ein annähernd realistisches Infektionsgeschehen ab.

 „Wenn ich jetzt schätzen würde, würden wir in Dortmund sicherlich bei einer Inzidenz von 2.300 bis 2.500 liegen. Und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass es woanders besser aussieht – die Daten fehlen einfach überall, die Situation ist überall ähnlich.“

Neue Situation wegen Omikron

Omikron dominiert das Geschehen in Dortmund. Das wird auch in den Krankenhäusern deutlich: Die stationären Aufenthalte sind deutlich höher als zuvor. 171 Patienten mit Corona befinden sich auf der normalen Station, 18 werdem  intensivmedizinisch behandelt, 8 beatmet.

„Das ist ein deutlicher und kontinuierlicher Anstieg“, so Renken. Zudem hätte man in 7 Krankenhäusern gleichzeitig kleine Ausbruchsgeschehen. „Das hat Omikron geschafft, das hatten wir vorher nicht.“

Auch in 23 Pflegeeinrichtungen wurden fast zeitgleiche Ausbrüche gemeldet, was Renken als „sehr ungewöhnlich“ bezeichnete. „Es sind nur kleine Ausbrüche mit maximal 23 Betroffenen. Das zeigt, dass die Hygienekonzepte funktionieren, aber auch, wie hochansteckend Omikron ist“, erklärt der Gesundheitsamtsleiter.

Sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen werde das Personal knapp. „Das liegt nicht nur daran, dass mehr Patienten einen stationären Aufenthalt haben, sondern weil das Pflegepersonal selbst infiziert ist und in Quarantäne muss oder etwa die Betreuung eigener Kinder gewährleisten muss.“

Zudem ging Renken auf fünf sogenannte Beobachtungspraxen in der Stadt ein. Diese melden regelmäßig, ob Corona-Infizierte Symptome haben oder symptomfrei sind.

„In den 5 niedergelassenen Praxen waren 47 Prozent der Corona-Erkrankten symptomatisch, also hatten einen milden bis mittleren Krankheitsverlauf. Die anderen 53 Prozent der Infektionen verliefen annähernd symptomfrei.“

In Schulen und Kitas grassiert das Virus

Kinder und Jugendliche sind momentan besonders von der Infektionswelle betroffen, was auch die Zahlen belegen (Inzidenz bei Unter 5-Jährigen: 2.384, bei 6-10-Jährigen: 4.945, bei 11-15-Jährigen: 5.156). „Der Vorteil ist, dass wir bislang keinen dokumentierten Fall in Dortmund haben, dass Kinder einen schweren Krankheitsverlauf haben.“

Eine oftmals in den sozialen Netzwerken geforderte Durchseuchung solle aber in diesen Gruppen nicht stattfinden. Mit Freitestungen solle wieder zum „Normalbetrieb in Corona-Zeiten“ zurückgekehrt werden.

„Letzte Woche hatten vier bis fünf Schulen geschlossen, heute sind wir bei acht – wir haben also ein Verdopplung.“

„Wir wissen, dass gerade Eltern besonders gefordert und belastet sind, das ist uns vollkommen klar“, zeigte sich Oberbürgermeister Thomas Westphal verständnisvoll. Der Alltag könne so nicht weitergeführt werden. Eltern würden z.B. bei der Arbeit fehlen, um ihre Kinder zu betreuen. „Wir wissen, dass die Eltern momentan schwer leiden. Wir haben darauf beim Land NRW hingewiesen und halten es noch immer für richtig, dass wir Notbetreuung und Wechselunterricht machen, das ist aber nicht gewollt. Der Zeitpunkt ist nun verpasst, wäre aber richtig gewesen“, so Westphal weiter.

Auch wenn Kinder eine Infektion relativ gut überstehen würden, sei die Stadtspitze gegen eine Durchseuchung, bekräftigte Renken. Weil sich bisher nicht genug Erwachsene hätten impfen lassen, würden in der aktuellen Situation leider schon wieder Schließungen von Gruppen, Klassen, Schulen oder Tageseinrichtungen notwendig, um so Infektionsketten zu unterbrechen.

Impfwilligkeit lässt nach

Renken sprach sich ebenfalls gegen Vergleiche Deutschlands etwa mit Dänemark aus, wo jetzt wieder ein „Normalbetrieb“ laufe. „Die Dänen haben eine Impfquote von über 80 Prozent, also mindestens zweimal ist jeder Erwachsene geimpft.“ In der Stadt lasse die Impfwilligkeit nach: In Kalenderwoche 2 wurden noch 4.257 Menschen in Dortmund erstgeimpft, in Kalenderwoche 4 waren es nur noch 2.802.

Die Stadt wolle wieder stärker auf mobile Impfangebote zurückgreifen, sagte Renken und stellte die Solidarität mancher Menschen infrage:

„Wieviel Verantwortung ist eigentlich mit dem Begriff Freiheit verbunden?“

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