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NRW-Wolfsverordnung soll Vergrämen und notfalls „Entnahme“ ermöglichen

NRW-Wolfsverordnung soll Vergrämen und notfalls „Entnahme“ ermöglichen

Symbolbild eines Wolfes - Quelle Pixabay

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will  mit einer neuen Verordnung die Grundlagen für das Vergrämen und – im äußersten Fall – auch die „Entnahme“ auffälliger oder „problematischer“ Wölfe verbessern. Entnehmen bedeutet abschießen.

Dazu werden in der Verordnung die Begrifflichkeiten zu Ausnahmen von den Schutzvorschriften klarer definiert, teilt das Land mit.

Laut dem Entwurf sollen Wölfe zum Beispiel „vergrämt“ werden dürfen, wenn sie sich Menschen oder bewohnten Gebäuden auf unter 30 Metern Entfernung nähern.

In dem Verordnungsentwurf sind auch Inhalte des „Praxisleitfadens zur Erteilung artenschutzrechtlicher Ausnahmen“ anderer Bundesländer aufgenommen worden.

Wölfe sind EU- und bundesweit naturschutzrechtlich streng geschützt.

Ihre Entnahme ist etwa im Wolfsgebiet Schermbeck – trotz zahlreicher Risse von Nutztieren wie Schafen, Ziegen und neuerdings auch Ponys – nach bisheriger Rechtslage nicht möglich, da hierfür die mehrfache Überwindung eines ausreichenden Herdenschutzes in räumlich-zeitlich engem Zusammenhang erforderlich ist.

Nordrhein-Westfalen verfügt über vier Wolfgebiete mit Pufferzonen (Senne, Schermbeck, Oberbergisches Land und Eifel) und über eine Pufferzone an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Damit erfolgt auf einem Drittel der Landesfläche die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen.

Nachgewiesen sind aktuell sieben erwachsene Wölfe mit Welpen aus drei Rudeln, verteilt auf drei Rudel und ein Einzeltier. Damit ist die Zahl der erwachsenen, ortstreuen Wölfe im Vergleich zum Vorjahr nicht angestiegen.

Zwei der drei Rudel leben auf den Landesgrenzen und halten sich nur teilweise in Nordrhein-Westfalen auf. Hinzu kommt eine unbestimmte Zahl von durchwandernden Einzeltieren, die sich teils Tage, teils Wochen in Nordrhein-Westfalen aufhalten und danach Nordrhein-Westfalen wieder verlassen.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden für die aktuellen Zählperiode 2020/2021 insgesamt 157 Rudel, 27 Paare und neun ortstreue Einzeltiere angegeben.

In den Jahren 2020 und 2021 unterstützte das Land die Weidetierhaltungen landesweit mit je rund 1,5 Millionen Euro für Maßnahmen der Wolfsprävention und für Entschädigungen. Für das Jahr 2022 sind zusätzliche Fördermittel eingeplant.

Quelle: Umweltministerium NRW

Weitere Informationen:

www.wolf.nrw

 

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