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„Massives Infektionsgeschehen“ überrollt Dortmund – Schwerpunkt im Norden – 4 Schulen plus Kita geschlossen

„Massives Infektionsgeschehen“ überrollt Dortmund – Schwerpunkt im Norden – 4 Schulen plus Kita geschlossen

Symbolbild Corona - c/o Rinke

Die Virusvariante Omikron hat die Stadt Dortmund fest im Griff. Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner beobachtet die Entwicklung besorgt: „Es sind aktuell sehr hohe Zahlen zu sehen, in der Vergangenheit war das noch nicht einmal annäherungsweise so.“

Einen massiven Sprung bei der Inzidenz verzeichneten die Nordstadt und Eving, danach die Innenstadtbereiche. „Wir haben ein teils massives Infektionsgeschehen in der Stadt.“

Beruhigend sei aber die Lage auf den Intensivstationen und die Erkenntnis, dass geimpfte Infizierte oftmals einen milden Verlauf hätten.

In der abgelaufenen Woche verzeichnete die Stadt laut Zoerner 4.207 Impfungen:

„Das ist erfreulich, aber nicht im Vergleich zu den Spitzenzeiten im vergangenen Jahr, als wir deutlich über 5.000 lagen.“ 

Zweimal geimpft sind in Dortmund bislang 465.704 Menschen. Es wurden 281.680 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Die Anzahl aller insgesamt durchgeführten Impfungen beträgt 1.188.482.

Die heutige (19. 1.) 7-Tages-Inzidenz beträgt für Dortmund 881,4. Gestern sind 1.173 positive Testergebnisse hinzugekommen. 5.620 Menschen befinden sich in Quarantäne.

Zurzeit werden in Dortmund 92 Corona-Patienten stationär behandelt, darunter 14 intensivmedizinisch, 4 von ihnen mit Beatmung. In Dortmund starben bislang 333 Menschen ursächlich an COVID-19, weitere 125 mit Corona infizierte Patienten verstarben aufgrund anderer Ursachen.

HIER ist die Entwicklung im Kreis Unna.

Dortmund: Geschlossene Schulen und Kita

Wegen einer Vielzahl von Infektionsfällen sind folgende Schulen/Kitas zunächst bis einschließlich Freitag, 21. Januar, geschlossen:

  • Albrecht-Brinkmann-Grundschule
  • Oesterholz Grundschule
  • Steinbrink-Grundschule
  • Nordmarkt-Grundschule
  • Ev. Kita Paul-Gerhardt

Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt

Seit Montag helfen im Gesundheitsamt wieder Soldaten aus. 20 Einsatzkräfte der Bundeswehr arbeiten nun im Gesundheitsamt und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken nannte als Beispiele die Fallermittlung oder die Ermittlung von Kontaktpersonen. „Wir bemühen uns darum, dass etwa die Quarantäne-Entscheidung für Schulklassen nicht zu groß wird. Dann muss Kontakt aufgenommen werden, um zu besprechen, wie die Corona-Kontaktsituation jeweils lief.“ Im Gesundheitsamt seien die Verfahren arbeitsaufwändig, weil das Meldesystem noch nicht vollständig automatisiert sei.

Renken informierte ebenfalls über die neueste Quarantäneverordnung des Landes NRW und die daraus entstehende Situation an den Teststellen und in den Laboren: Wenn heute 700 Menschen neu infiziert seien, dann könnten diese sich in sieben Tagen ein Testergebnis (Schnelltest oder PCR-Test) holen. Zusätzlich zu diesen 700 Fällen sei die Zahl der Kontaktpersonen derzeit etwa fünfmal so hoch.

„Wir haben aktuell etwa 2.000 Menschen, für die wir Tag für Tag einen Test anbieten müssen. Das können wir als Stadt nicht mehr leisten, die Kapazitäten sind ausgeschöpft.“

Er betonte: „Durch Omikron haben wir einen so schnellen Aufwuchs bei den Testanfragen, dass wir bei den Laboren an die Grenzen kommen. Jetzt zeigt sich: Labore sind nicht gerüstet für dauerhafte PCR-Pooltests an Kitas und Schulen, sondern für medizinische Einzelfälle. Für diese Situation kann niemand etwas – außer Omikron.“

An Bürger*innen appellierte er, nicht nur die städtische Corona-Teststelle an der Bornstraße für PCR-Testungen anzusteuern. Wenn jemand Symptome habe, so müsse er sich zuerst an einen Arzt wenden. Bei einer roten Warnung in der Corona-Warn-App habe man zwar einen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test. Es seien aber auch Praxen und private Teststellen berechtigt, so einen Test vorzunehmen.

Inzidenz in einer Altersgruppe über 2.000

Mit Blick auf die positiven Schnelltests sagte Renken, so hohe Werte wie aktuell habe es noch nie gegeben. Der sogenannte R-Wert, der die Ansteckungsrate abbildet, liege konstant bei über 1. „Die Infektionswelle klingt also nicht ab, die Fallzahlen steigen.“

Die Inzidenz bei den 11- bis 15-Jährigen liege bei 2.008 und sei damit fast dreimal so hoch wie der Inzidenzwert für ganz Dortmund. „Alle Altersgruppen bis 40 Jahre haben eine Altersinzidenz deutlich über dem Schnitt der Stadt.“

 

 

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