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Hirntumor bei Hochschwangerer – Klinikum Dortmund rettet zwei Leben

Hirntumor bei Hochschwangerer – Klinikum Dortmund rettet zwei Leben

Prof. Dr. Oliver MĂŒller, Direktor der Klinik fĂŒr Neurochirurgie, im OP. (Foto Klinikum DO)

In der 25. Schwangerschaftswoche die erschreckende Diagnose: Ayse Cavusoglu hatte einen faustgroßen Tumor im Kopf. Einige Wochen wartete man ab und hoffte, doch bald war klar: Die Zeit drĂ€ngt, der schnellwachsende Tumor muss raus. Das Kind wurde in der Frauenklinik des Klinikums Dortmund ohne Komplikationen per Kaiserschnitt geholt, nur fĂŒnf Tage spĂ€ter folgte schon die Hirn-OP in der Klinik fĂŒr Neurochirurgie.

„Mir ging es zu keinem Zeitpunkt psychisch schlecht. Mein Körper hat mich, glaube ich heute, geschĂŒtzt“, sagt die junge Mutter heute. „Ich habe mich zudem einfach sehr gut aufgehoben gefĂŒhlt, weil die Ärzte so ruhig aufgetreten sind. Das hat mir eine unheimliche Sicherheit gegeben.“

Es begann mit MigrĂ€ne und Übelkeit. „Man geht natĂŒrlich erstmal davon aus, dass das ganz normale Schwangerschaftssymptome sind. Da wird den meisten Frauen ja hin und wieder schlecht. Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie viel ich mich ĂŒbergeben hatte“, so Cavusoglu. Dann kam der Verlust des Geruchssinns hinzu. „Und in dem Fall denkt man derzeit dann erstmal an Corona, da hört man ja öfter, dass der Geruchssinn abhanden kommt.“

Doch bald konnte sie kaum noch etwas sehen, da der wachsende Tumor auf den Sehnerv drĂŒckte.

„Wir hatten gehofft, dass wir die OP noch ein wenig schieben können, damit das Kind nicht so frĂŒh zur Welt kommt“, so Prof. Dr. Oliver MĂŒller, Direktor der Klinik fĂŒr Neurochirurgie im Klinikum. „Doch dann ging es einfach nicht mehr. Die Krebszellen sind rasch gewachsen und die Patientin konnte immer schlechter sehen.“

FĂŒnf Wochen vergingen zwischen Diagnose und OP: Das Kind wurde in der 30. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geholt.

„Das ist noch frĂŒh, aber nicht mehr so frĂŒh. Heutzutage ist das schon ein sehr, sehr sicherer Zeitpunkt. FĂŒr uns war das also ein Standardeingriff“, erklĂ€rt Dr. Bernd Hanswille, leitender Oberarzt der Frauenklinik. „Das große GlĂŒck ist, dass wir im Klinikum stets auf kĂŒrzestem Weg mit anderen Fachbereichen im Haus eng zusammenarbeiten können. So war Professor MĂŒller schnell ĂŒber die Patientin informiert und die gemeinsame Behandlung verlief Hand in Hand.“

Auch die Hirn-OP verlief ohne Komplikationen. „Ich war wohl in einer Art Schock, habe zu keinem Zeitpunkt geweint und hatte nicht mal richtig Angst, zumindest nicht bewusst“, so die Patientin. Inzwischen durfte die 35-JĂ€hrige samt Familienzuwachs das Krankenhaus verlassen und muss lediglich zu regelmĂ€ĂŸigen Kontrollen zurĂŒckkehren.

„Es ist kaum zu glauben, dass ich nach so einem Befund mit nur kleineren EinschrĂ€nkungen davongekommen bin“, so Cavusoglu, die durch den Tumor einen Teil ihres Geruchssinns dauerhaft verloren hat. „Die Lust zu essen nimmt natĂŒrlich ein wenig ab. Aber das ist doch wirklich ein geringer Verlust dafĂŒr, dass ich nun mit meiner Familie in eine neue Zukunft starten kann.“

Quelle: Klinikum Dortmund

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