Die festgestellten Neuinfektionen schießen NRW- und bundesweit in die Höhe, die Hospitaliserungsrate – Messwert für schwere Covid-Verläufe – bewegt sich hingegen nur sehr leicht nach oben und steht am heutigen Sonntag, 16. Januar, nach vielen Tagen wieder leicht über 3.
Dies ist der erste Wert, ab dem ursprünglich überhaupt Maßnahmen greifen sollten.
Alle Werte unterhalb von 3 sollten zum Verzicht auf Schutzmaßnahmen führen und die 7-Tages-Inzidenz keine maßgebliche Rolle mehr spielen. Doch von dieser Vorgabe hat sich NRW mit der neuen Coronaschutzverordnung (die seit dem 13. Januar gilt) verabschiedet. Das Argument: Omikron.
Denn diese Variante des Coronavirus verbreite sich derart rasend schnell, dass – obwohl die meisten Infektionen milde verlaufen – die Gefahr gesehen wird, dass zu viele Menschen auf einmal erkranken. Die sich dann alle gleichzeitig krank melden und an ihrem Arbeitsplatz nicht zur Verfügung stehen. Damit drohe die Gefahr , dass für die Infrastruktur wichtige Arbeitsbereiche zusammenbrächen.
In der Hellwegregion klettert die 7-Tages-Inzidenz ebenso wie NRW-weit. Es gibt allerdings regional große Unterschiede von über 700 bis knapp über 200 Neuinfektionen (in 7 Tagen je 100.000 Einwohner).
- Der Kreis Unna weist heute eine Inzidenz von 441,3 auf,
- im Kreis Soest klettert der Wert um fast 27 Punkte auf 328,6.
- Hamm steigt auf 522, Hagen auf 432, der Märkische Kreis auf 541.
- Gleich um 60 Punkte in die Höhe schnellt die Inzidenz in Dortmund hoch – auf heute 717.
In keiner der genannten Kreise und Städte gibt es zugleich aber weitere Todesfälle.
- Auch NRW-weit ist der Wert gegenüber gestern doppelstellig geklettert auf jetzt 489 bei landesweit 2 neuen Todesfällen.

Corona-Dashboard des RKI, Screenshot – 16. 1. 22
Leitindikatoren für Nordrhein-Westfalen
Datenstand 16.01.2022 – 00:00 Uhr (IfSG) bzw. 15.01.2022 – 12:15 Uhr (DIVI)
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz
|
Anteil COVID-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten
|
7-Tage-Inzidenz
|
---|---|---|
3,04 |
8,12 % |
489,0
|
*Änderung gegenüber dem Datenstand vom Vortag
1 Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner mit Meldedatum in den letzten 7 Tagen, für die eine Krankenhausbehandlung angegeben ist. Krankenhausbehandlungen, die nach dem Meldedatum des Falls beginnen oder gemeldet werden, werden dem Fall und seinem Meldedatum nachträglich zugeordnet und erhöhen rückblickend die Hospitalisierungsinzidenz. Quelle: Elektronische Meldedaten der Gesundheitsämter gem. § 11 IfSG. Eigene Berechnung LZG.NRW.
2 Prozentualer Anteil der auf einer Intensivstation behandelten COVID-19-Patienten gemessen an der aktuellen Anzahl insgesamt betreibbarer intensivmedizinischer Betten (einschl. bereits belegter Betten). Quelle: DIVI-Intensivregister (www.intensivregister.de). Eigene Berechnung LZG.NRW.
3 Neu gemeldete Fälle der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen. Quelle: Elektronische Meldedaten der Gesundheitsämter gem. § 11 IfSG. Eigene Berechnung LZG.NRW.
Laborbestätigte COVID-19-Fälle in NRW
Datenstand 16.01.2022 – 00:00 Uhr
Gemeldete Fälle |
Aktuell infizierte Personen |
Bislang genesene Personen |
Verstorbene Personen |
---|---|---|---|
1.550.946
|
160.200** |
1.370.000** |
20.745
|
Kommentare
[…] Zugleich blieb die Zahl der schweren Verläufe, gemessen an den stationären Patienten, konstant. Das weist einmal mehr darauf hin, dass die Omikronvariante zu meist milden Coronaverläufen führt. Wir berichteten darüber zuletzt HIER. […]