Üble Erfahrung für eine Schulklasse aus NRW.
In einem Zug auf dem Weg ins Münsterland wurden am Freitagabend zwei Minderjährige von einem Reisenden unsittlich berührt und zwei weitere mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. In Essen legte der Regionalexpress einen ungeplanten Stopp ein.
Gegen 22:50 Uhr informierten Bahnmitarbeiter die Bundespolizei über eine sexuelle Belästigung in einem Regionalexpress. Aufgrund einer körperlichen Auseinandersetzung mit mehreren Personen hielt der RE 100 am Haltepunkt Essen-Werden.
Mehrere Einsatzkräfte begaben sich unverzüglich zum Ort des Geschehens und hörten sich an, was die Zeugen berichteten. Zwei 16-Jährige, ein Junge und ein Mädchen, waren kurz zuvor ins Abteil ihrer Lehrerin geflüchtet, weil ein fremder Reisender massiv übrergriffig geworden war.
Dem 16-jährigen Somalier hatte der Sextäter in die Hose gegriffen, seinen Po und sein Geschlechtsteil befummelt, der ebenfalls 16-jährigen Deutschen zog er an den Haaren und küsste sie auf den Mund. Beide Minderjährige fielen während des Übergriffs in eine Schockstarre.
Wenig später sprach der Sextäter mehrere Mädchen der Schulklasse an, die ihm deutlich zu verstehen gaben, dass sie das nicht wollten. Daraufhin verwies der Bahnmitarbeiter den Mann des Abteils, was den 18-Jährigen nicht interessierte.
Der Zugbegleiter bot der Schulklasse daraufhin an, ins vordere Abteil zu wechseln. Als zwei 15-Jährige an dem Grapscher vorbeigingen, schlug er ihnen mit der Faust ins Gesicht.
Einer der Jungen blutete unverzüglich stark aus der Nase: Rettungskräfte stellten bei der Untersuchung des 15-Jährigen einen Nasenbeinbruch fest. Der andere Schüler klagte über Schmerzen an der rechten Wange. Nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten begaben sich die Minderjährigen in Dülmen in ärztliche Behandlung.
Mitreisende gaben währenddessen gegenüber den Beamten an, dass der Angreifer zuvor schon lautstark im Zug herumgeschrien und Reisende belästigt hatte. Der 18-jährige Iraker mit Wohnsitz in Neuss war offensichtlich alkoholisiert und verhielt sich auch gegenüber den Beamten derart aggressiv, dass sie ihn fesselten. Während der Durchsuchung versuchte der 18-Jährige sich loszureißen, trat wild um sich und drohte den Einsatzkräften mit Gewalt.
Die Bundespolizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Nötigung und sexueller Belästigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ein. Zur Verhinderung von weiteren Straftaten brachte sie den jungen Iraker ins Polizeigewahrsam.
Gründe für U-Haft werden in der Mitteilung der Bundespolizei nicht erwähnt.
Quelle Bundespolizei NRW

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