Außerorts Tempo 30 – das ist selten, kommt aber vor und darf in begründeten Fällen (wie Unfallträchtigkeit und gefährliche Streckenführung) von der Straßenverkehrsbehörde angeordnet werden.
So auch in der Ortslage Balve-Leveringhausen im Märkischen Kreis, die durch ein grüngelbes Schild als offene Ortschaft gekennzeichnet ist.
Grundsätzlich gilt dort das Tempo auf Landstraßen, also 100 km/h – sofern es aber eben nicht anders angeordnet ist.

Die betreffende Ortslage in Balve-Leveringhausen. – Foto von Andre Puppe
Im 30er-Bereich dieser Ortschaft wird nun auch regelmäßig das Tempo kontrolliert, so auch wieder Samstag zwischen 13 und 18 Uhr.
401 Fahrzeuge wurden erfasst (davon 78 Motorräder). 118 Fahrer waren insgesamt zu schnell, davon 30 Motorradfahrer, 16 Biker erwartet wegen erheblicher Überschreitung eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.
Das schnellste Motorrad mit Zulassung in Lünen wurde mit 73 km/h (200 EUR / 1 Punkt) gemessen, der schnellste PKW aus dem MK mit 58 km/h (100 EUR / 1 Punkt).
Die Kontrollen weckten offenbar Aggressionen.
„Sowohl am Samstag als auch am Sonntag der Vorwoche haben Verkehrsteilnehmer das Messgerät der Polizisten angegriffen, möglicherweise um eine weitere Überwachung zu unterbinden“,
berichtet Polizeisprecher Marcel Dilling.
„Die Beamten bekamen dies jedoch mit, konnten in beiden Fällen die Personalien feststellen und entsprechende Strafanzeigen vorlegen.“
Pfingstsonntag machte sich ein 80-jähriger Spaziergänger an der Anlage zu schaffen und löste dabei den eingebauten Alarm aus. Die Beamten liefen hin und konnten den Senior noch antreffen.
„Er zeigte sich vollkommen uneinsichtig“,
berichtet Dilling.
Ein Schaden an der Anlage entstand nicht, gleichwohl mussten die Polizisten sie umfassend neu einstellen, um die Messfähigkeit wieder herzustellen.
Am vergangenen Samstag gingen zwei leicht alkoholisierte junge Männer (Mitte 20, aus Hemer und Dortmund) zu Fuß von Leveringhausen in Richtung Elfenfohren. Auch hier löste plötzlich der Alarm aus, und die Beamten liefen zur Anlage.
Als die beiden Männer sie sahen, rannten sie davon. Nach kurzer Fahndung konnten sie noch in der Nähe angetroffen werden. Einer der beiden zeigte sich geständig, so der Polozeisprecher.
„Sie sollen so auf die Anlage eingewirkt haben, dass sie umfiel, wodurch Lackschäden und Kratzer entstanden.“
Die Anlage blieb noch funktionsfähig. Nach ersten Schätzungen entstanden dennoch mindestens mehrere hundert Euro Schaden.
Polizeibeamte legten in beiden Fällen Strafanzeigen wegen vollendeter bzw. versuchter Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vor.
Quelle Kreispolizei Märkischer Kreis

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