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Polzei „fehlten die Worte“: Rassistischer Radler trat angeblich auf Mutter und Baby ein – Doch Angriff war erfunden

Polzei „fehlten die Worte“: Rassistischer Radler trat angeblich auf Mutter und Baby ein – Doch Angriff war erfunden

„Eine Tat, zu der einem wirklich die Worte fehlen!“

So persönlich betroffen leitete Polizeisprecher Marco Bischoff am Dienstag, 11. März, den Bericht über einen „erschütternden Vorfall“ vom 10. März in Herne ein:

Demnach war eine 28-jährige Hernerin gegen 15 Uhr mit ihrer zwei Monate alten Tochter in einem Park unterwegs. Am Ententeich nahm sie ihr Baby aus dem Kinderwagen.

Unerwartet habe sich ihr ein Mann auf einem Fahrrad genähert und ihr unvermittelt von hinten gegen den Oberkörper getreten. Dabei habe er sie ausländerfeindlich beschimpft. 

Die 28-Jährige stürzte mit dem Kind auf dem Arm, wobei das Baby mit dem Kopf auf den Boden schlug.

Eine ältere Dame half der Mutter mit ihrem Kind anschließend auf.

Die Hernerin begab sich dann zu ihrer nahegelegenen Wohnanschrift und verständigte die Polizei und Rettungskräfte. Das Baby wurde zur Überwachung in eine Kinderklinik gebracht.

Der Radfahrer, so stand es in der Erstmeldung der Polizei, könne nur vage beschrieben werden, er habe ein T-Shirt mit Aufdruck getragen und sei eben Fahrrad gefahren.

Der polizeiliche Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf. Polizeisprecher Bischoff bat in seinem Zeugenaufruf darum, dass sich insbesondere die Frau melden möge, die der jungen Mutter aufgeholfen habe.

Der angebliche rassistische Angriff wurde überregional von Medien aufgenommen, so auch in der WELT.

Korrekturmeldung am Folgetag – es war alles ganz anders:

„Der polizeiliche Staatsschutz hat sich intensiv um die Ermittlungen zu dem vermeintlichen Täter gekümmert“, teilte die Bochumer Polizei am 12. März in einer weiteren Mitteilung mit. „Die Beamten waren im Park als auch im unmittelbaren Nahbereich unterwegs. Dort haben sie Personen befragt, um diese Tat schnellstmöglich aufklären zu können.

Dann kam aber die Wendung! Aufgrund der Berichterstattung haben sich unabhängige Augenzeuginnen gemeldet. Demnach stellt sich ein anderer Ablauf dar:

Die 28-jährige Hernerin war mit ihrem Baby im Park am Erlenweg unterwegs. Das Baby befand sich im Kinderwagen.

Am Kinderwagen hatte die Hernerin die Leine eines Hundes festgemacht. Dieser hat so stark daran gezogen, dass der Kinderwagen samt Baby umfiel. Einen aggressiven Zweiradfahrer oder ausländerfeindliche Parolen soll es dabei laut der Zeugen nie gegeben haben!

Eine Zeugin hatte die Mutter dann unterstützt.

Warum die Frau das Geschehen anders darstellte, müssen die andauernden Ermittlungen des polizeilichen Staatsschutzes zeigen, schließt Marco Bischoff.

Quelle Polizei Bochum

 

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