Und täglich grüßt das Murmeltier. Die Lokführergewerkschaft GDL hat das Bahnpersonal zum nächsten Streik aufgerufen- im Personenverkehr von Mittwochfrüh (24. 1.), 2 Uhr, bis Montag nächster Woche um 18 Uhr.
Die Gewerkschaft kündigt den Streik wie folgt an:
„Mit dem dritten und angeblich verbesserten Angebot hat die Deutsche Bahn AG erneut gezeigt, dass sie ihren bisherige Verweigerungs- und Konfrontationskurs unverdrossen weiter verfolgt – von Einigungswillen kein Spur.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft deshalb ihre Mitglieder bei DB Cargo am Dienstag, 23. Januar 2024, 18:00 Uhr, zum Arbeitskampf auf. Danach folgen am Mittwoch, 24. Januar, 02:00 Uhr sämtliche Unternehmen der DB, inklusive der Infrastruktur. Der Streik endet am Montag, 29. Januar, 18:00 Uhr.“
Pendler müssen sich damit bundesweit auf weitere 6 Tage mit Tausenden Zugausfällen einstellen. Auch in den Regionen, in denen – wie z. B. zwischen Unna und Soest – private Unternehmen wie die Eurobahn unterwegs sind, denn Stellwerke können ebenfalls vom Streik betroffen sein.
Der für seine Kompromisslosigkeit bekannte GDL-Vorsitzende Claus Weselsky griff den zuständigen DB-Personalvorstand Martin Seiler am heutigen Montag, 22. 1., scharf an. Im Wirtschaftsteil der faz.net wird Weselsky zitiert:
„Der (Seiler, d. Red.) hat sie nicht mehr alle.“
Weselsky bezog sich damit auf Aussagen des Personalvorstands zu den Tarifverträgen, die die GDL kürzlich mit privaten Bahnunternehmen abgeschlossen hatte. Die seien „ein PR-Gag“ und „nicht ernstzunehmen“. Weselsky dazu: „Herr Seiler muss sich langsam die Frage stellen, ob er als Verhandlungsführer überhaupt geeignet ist.“
Die GDL habe das neue Angebot der Bahn bewertet und als inakzeptabel abgelehnt. Es komme zu spät, und die Absenkung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde sei zu wenig. Die Bahn habe diese daran gekoppelt, dass die Bahn ausreichend zusätzliche Mitarbeiter einstellen könne.
Zudem weigere sich die Bahn, über einen GDL-Tarifvertrag für Beschäftigte in der Infrastruktur überhaupt zu verhandeln.
Die GDL werde erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, „wenn klar ist, dass Herr Seiler keine Vorbedingungen stellt und nicht die Fahrgäste und auch seine eigenen Kolleginnen und Kollegen veralbert.“

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